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Grubendol

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Freitag, 14. Mai 2021, 23:24

Trump-Wähler

Barry Morphew aus Colorado, der von der Polizei beschuldigt wird, im Mai 2020 seine Frau ermordet zu haben, wird zusätzlich noch des Wahlbetrugs angeklagt. Er hatte mit dem Stimmzettel seiner Frau Trump gewählt...MAGA

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Samstag, 15. Mai 2021, 15:27

Zitat

Marjorie Taylor Greene: Lügen, hetzen, niemals entschuldigen

Marjorie Taylor Greene steht für die Radikalisierung der US-Republikaner. Die glühende Trump-Verehrerin verbreitet seit Jahren Lügen und Verschwörungstheorien. Wie weit sie damit im Repräsentantenhaus kommt, liegt auch an ihrer eigenen Partei.
(...)
Die Frau aus dem armen, ländlichen Nordwesten Georgias hat im letzten Jahr erst ihre vier konservativen Konkurrenten bei der Vorwahl aus dem Rennen geworfen und dann ihr Mandat gewonnen, haushoch, als Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus. Sie stimmte gegen die Bestätigung des Wahlsiegs von Joe Biden, und sie machte die Demokraten für die Gewalt am Kapitol am 6. Januar verantwortlich.
(...)
Taylor Greene ist seit Jahren ein Star der Verschwörungstheorien und -lügen. So zieht sie in Zweifel, dass die Attentäter des 11. Septembers ein Flugzeug ins Pentagon geflogen haben. In den sozialen Netzwerken ist die stramm rechte Parlamentarierin als QAnon-Anhängerin bekannt.
(...)
Die Führung im Repräsentantenhaus hielt die Newcomerin mit der breiten Basis noch letzte Woche für die richtige Wahl für den Finanz- und den Bildungsausschuss des Parlaments. Doch dann veröffentlichten US-Medien mehrere Posts von Taylor Greene aus sozialen Netzwerken. Darunter ein Video, in dem sie den Überlebenden eines Schulmassakers verfolgt und beschimpft: Er lasse sich missbrauchen, die Schießerei mit 17 Toten an seiner früheren Schule in Parkland, Florida, sei von Waffengegnern inszeniert worden, um schärfere Waffengesetze durchzusetzen.
(...)
Jetzt droht der republikanischen QAnon-Abgeordneten der Entzug ihrer Sitze im Finanz-und Bildungsausschuss. Die Demokraten fordern eine Abstimmung, es reicht die einfache Mehrheit. Andere wollen Taylor Greene ganz aus dem Parlament ausschließen.
(...)
Deutschlandfunk Kultur

Marjorie Taylor Greene, eine evangelikale Christin.

Während die Führung der Republikaner gerade die Trump-Kritikerin Liz Cheney aus allen Parteiämtern gefeuert hat, erfreut sich MTG wachsender Beliebtheit bei den amerikanischen Rechten. Ihr unwürdiges Verhalten auch auf den Fluren des Parlaments in der letzten Woche erinnert ein bisschen an die AfD und sonstigen Rechten bei uns, die mit gezielten Tabubrüchen mediale Aufmerksamkeit erhaschen wollen.
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Nemesis

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Samstag, 15. Mai 2021, 16:42

Zitat

Marjorie Taylor Greene, eine evangelikale Christin.


Steht vielleicht auf der "Verpackung"... Aber es kommt auf den Inhalt an. Und wenn der - wie in diesem Fall - antichristlich ist, macht eine Verpackung das auch nicht mehr wett. ;)

Gera

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Samstag, 15. Mai 2021, 16:45

Was sich in Amerika evangelikaler Christ nennt, ist aus meiner Erfahrung nicht unbedingt christlich im biblischen Sinn. Dort erscheint es mir vielfach als eine kulturelle Richtung. Ich war oft genug drüben, zunächst voller Enthusiasmus, weil ich viel Gutes gehört hatte, wie christlich das Land sei. Dann kam die große Ernüchterung bei der Begegnung mit Menschen. Deshalb sollte man nicht herausstellen, dass die Unrechttuer evangelikale Christen sind. Das besagt nichts.
Der Friede Jesu Christi sei mit euch!
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Samstag, 15. Mai 2021, 17:05

Zitat

Deshalb sollte man nicht herausstellen, dass die Unrechttuer evangelikale Christen sind. Das besagt nichts.


Es besagt schon etwas: Nämlich, dass die Begriffe "evangelikal" und "Christ" missbräuchlich verwendet werden, was natürlich bei manchen für Verwirrung sorgt. Jesus wies nicht umsonst darauf hin, dass viele Machttaten, die angeblich in seinem Namen ausgeführt würden, von "Verbrechern" begangen werden.

Matth. 7, 21-23

Zitat von »Jesus«

Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr!, wird in das Reich[2] der Himmel hineinkommen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist. 22 Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr! Haben wir nicht durch deinen Namen geweissagt und durch deinen Namen Dämonen ausgetrieben und durch deinen Namen viele Wunderwerke[3] getan? 23 Und dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch niemals gekannt. Weicht von mir, ihr Übeltäter!

Gera

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Sonntag, 16. Mai 2021, 10:04

Ja, Nemesis,
in den USA sind diese Begriffe wie Kaugummi, fast jeder gehört dazu und immer wieder hörte ich in Arizona, wie stolz sie auf ihre christlichen Präsidenten sind, von deren Christsein ich nichts wahrnahm.
Aber auch hier trauern Christen noch immer dem christlichen Trump nach, wahrscheinlich nur, weil Biden sich zum Katholizismus bekennt und ihn aktiv praktiziert. Bei Trump sah ich keinerlei christliche Aktivität.
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Sonntag, 16. Mai 2021, 14:01

'Freunde, Freunde, ich weiß ja nicht, was von einem Glauben zu halten ist, der dermaßen manipulationsanfällig ist.

In den USA kann niemand Präsident werden, der sich nicht zum christlichen Glauben bekennt. Natürlich, ihr habt recht, es ist ein wertloses Bekenntnis, weil nichts dahinter steckt. Aber es ist dennoch wirkmächtig und tötet, wie im Fall des von den amerikanischen Evangelikalen gewählten Präsidenten Trump, Menschen.
"Ihr Menschen seid schwach und zerbrechlich! Wenn Euer Magen spricht, dann vergesst Ihr Euer Hirn!
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8

Sonntag, 16. Mai 2021, 17:39

Zitat

Freunde, Freunde, ich weiß ja nicht, was von einem Glauben zu halten ist, der dermaßen manipulationsanfällig ist.
Bei der Menge an unterschiedlichen und widersprüchlichen Interpretationen ist das ja kein Wunder. Dennoch ist und bleibt die Referenz für den christlichen Glauben das Wort Gottes. Und daran scheitern alle Manipulationen.

Zitat

In den USA kann niemand Präsident werden, der sich nicht zum christlichen Glauben bekennt.
Hier haben wir es schon mit einer manipulativen und widersprüchlichen Interpretation zu tun. Denn wer sich zum christlichen Glauben bekennt, wählt keinen Menschen zum Präsidenten noch lässt man sich zur Wahl als Präsident aufstellen, denn: Christen haben schon einen König und das ist eben Jesus Christus. Daraus folgt logisch zwingend, dass alle amerikanischen Präsidenten zur Gruppe des Antichristen gehören, da sie sich selbst über Christus erheben.

Zitat

Natürlich, ihr habt recht, es ist ein wertloses Bekenntnis, weil nichts dahinter steckt. Aber es ist dennoch wirkmächtig und tötet, wie im Fall des von den amerikanischen Evangelikalen gewählten Präsidenten Trump, Menschen.
Ganz genau: Das Bekenntnis, welches Menschen tötet, lautet seit je her: Egoismus und Selbstüberschätzung, gepaart mit der Gier nach Macht, Einfluss und Reichtum.

All das steht dem christlichen Bekenntnis unvermittelbar gegenüber.

Gera

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Sonntag, 16. Mai 2021, 19:50

Grubi,
ich gebe dir Recht, dass im Namen des Christentums oft manipuliert wird. Deshalb lehne ich persönlich das Wort Christ ab und spreche lieber von Jüngern oder Nachfolgern Jesu. Diese orientieren sich an der gesamten Bibel und nehmen nicht nur Teile.
Wer in den Himmel kommt, entscheidet Gott. Ich traf in Lancaster county überzeugend lebende Christen, die Strom und Telefone ablehnen, das in ihrer Bibel finden, weil es damals noch keine Telefone gab. Viele gimgen sehr liebevoll miteinander um und für mich ist das ein Kriterium für echtes biblisches Christsein. In Amerika wird vieles ausgelebt, was in anderen Ländern nicht möglich ist. Wir besuchten in Connecticut eine kleine Gruppe, die Trachten tragen, in einem riesigen Saal, wie im Kloster gemeinsam essen möglichst nur auf dem eigenen Land arbeiten als Bauern, Tischler. Es ist nicht meine Art zu leben, aber sie sprachen viel von der Liebe Jesu. So gibt es zahlreiche kleine Gruppierungen, die sich christlich nennen. Einige sind politisch inaktiv, andere schrien für Trump.
So lange geliebt wird im biblischen Sinn, kann ich diese Menschen als Geschwister sehen, auch wenn sie Autos ablehnen u.s.w. Manipulation wie es viele für Trump versuchten, widerspricht der Bibel.
Zu Nemesis Gedanken vertrete ich den Standpunkt, dass Gottes perfekzer Wille für Israel war, dass er ihr König war. Als das Volk einen König verlangte, ließ Gott es zu. Ich kenne Menschen, die sich von Gott in die Politik geleitet sehen. Meine Berufung ist das nicht. Ich betete 1998 darüber, als man mich bat, in eine Partei einzutreten und im Wahlbezirk zu kandidieren, weil ich gut reden kann. Ich hatte keinen Auftrag.
Der Friede Jesu Christi sei mit euch!
Gera

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Montag, 17. Mai 2021, 16:56

Zitat

Zu Nemesis Gedanken vertrete ich den Standpunkt, dass Gottes perfekzer Wille für Israel war, dass er ihr König war. Als das Volk einen König verlangte, ließ Gott es zu.
Ganz genau. Und nicht nur das: Er warnte sie auch und hielt ihnen vor, dass es ihnen mit einem menschlichen König viel schlechter ergehen würde, was sich ja auch durch die Jahrhunderte hinweg bewahrheitete, Nur die wenigen Könige, die nach Gottes Anleitung suchten, hatten seinen Segen.

Zitat

Ich kenne Menschen, die sich von Gott in die Politik geleitet sehen.
Die kenne ich auch, aber das können keine Christen im Sinne der Nachfolge Jesu sein. Jesus selbst hielt sich aus der menschlichen Politik seiner Zeit raus, obwohl ihn viele Juden zum König machen wollten, und auch Herodes hatte Angst davor; er sah in Jesus einen Konkurrenten. Wenn aber Gott schon seinen vollkommenen Sohn nicht in die menschliche Politik beruft: wer sind dann wir als seine Nachfolger, die sich in die Politik einmischen? Was haben Jesu Nachfolger in der menschlichen Politik verloren? Das System der menschlichen Regierungen wird gemäß der Prophezeiung Daniels durch das Königreich Gottes ersetzt werden. Nachfolger Jesu dienen diesem Königreich und nicht dem Satan.

Wer sich von "Gott" in die Politik geleitet sieht, hat seine Berufung durch den "Gott" erhalten, der in 2. Kor. 4,4 beschrieben wird.

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Montag, 17. Mai 2021, 17:59

Zitat

Freunde, Freunde, ich weiß ja nicht, was von einem Glauben zu halten ist, der dermaßen manipulationsanfällig ist.
Bei der Menge an unterschiedlichen und widersprüchlichen Interpretationen ist das ja kein Wunder. Dennoch ist und bleibt die Referenz für den christlichen Glauben das Wort Gottes. Und daran scheitern alle Manipulationen.

Wenn sie es denn täten. Aber sie setzen sich ein ums andere mal wieder durch.

Zitat

In den USA kann niemand Präsident werden, der sich nicht zum christlichen Glauben bekennt.
Hier haben wir es schon mit einer manipulativen und widersprüchlichen Interpretation zu tun. Denn wer sich zum christlichen Glauben bekennt, wählt keinen Menschen zum Präsidenten noch lässt man sich zur Wahl als Präsident aufstellen, denn: Christen haben schon einen König und das ist eben Jesus Christus. Daraus folgt logisch zwingend, dass alle amerikanischen Präsidenten zur Gruppe des Antichristen gehören, da sie sich selbst über Christus erheben.

Moment, gilt da nicht der Römerbrief Kap. 13? Bedeutet das nicht, dass auch Trumps Präsidentschaft nach Jehovas Wille war? Jedenfalls ist das unter seinen Wählern das gängige Narrativ. Darauf, auf diese Bibelstelle wird sich berufen:

Zitat

Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit außer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, ist sie von Gott angeordnet.


Als ich die Stelle im Korintherbrief, die du erwähnt hast, nachgelesen habe, fand ich dies auf dem Bibelserver: Jetzt den Leseplan ÖAB 2021 abonnieren und in 8 Jahren bist du 1x durch die Bibel! 8)
"Ihr Menschen seid schwach und zerbrechlich! Wenn Euer Magen spricht, dann vergesst Ihr Euer Hirn!
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Montag, 17. Mai 2021, 20:40

Zitat

Wenn sie es denn täten. Aber sie setzen sich ein ums andere mal wieder durch.


Ja... gesellschaftlich, "politisch" setzten sie sich leider viel zu oft durch, weil sie ja mit einem bestimmten Motiv überhaupt erst vorgenommen werden. Es wird ja nicht ohne Grund manipuliert. Das theologische Original ist für gesellschaftlichen, politischen oder wirtschaftlichen Egoismus in welcher Form auch immer nicht zu gebrauchen. Theologisch scheitern alle Manipulationen am Original.

Zitat

Moment, gilt da nicht der Römerbrief Kap. 13? Bedeutet das nicht, dass auch Trumps Präsidentschaft nach Jehovas Wille war? Jedenfalls ist das unter seinen Wählern das gängige Narrativ. Darauf, auf diese Bibelstelle wird sich berufen:
Die Fehlinterpretation liegt hier darin, dass von einer passiven Handlungsmaxime auf eine aktive Handlungsmaxime projiziert wird. Nachfolger Jesu respektieren die vorhandenen Regierungen. Jesus selbst hat sich niemals politisch gegen Rom gewandt. Sein Merksatz war dazu: "Zahlt dem Cäsar, was des Cäsars ist". Es besteht schlicht ein Unterschied, ob man eine Regierung in dem von Rö 13 gesetzten Rahmen respektiert, oder ob man aktiv für oder gegen eine Regierung Stellung bezieht.

Das ist doch auch logisch: Jeder Mensch hat nominell ein Stimme, wenn es um Wahlen geht. Und Nachfolger Jesu wählen Jesus Christus. Wer dann hingeht und Trump, Biden, Merkel, Macron, Baerbock oder sonstwen wählt, macht seine Stimme ungültig

Daraus folgt, dass sich Nachfolger Jesu neutral zu verhalten haben, wenn menschliche Regierungen gewählt werden.


Zitat

Als ich die Stelle im Korintherbrief, die du erwähnt hast, nachgelesen habe, fand ich dies auf dem Bibelserver: Jetzt den Leseplan ÖAB 2021 abonnieren und in 8 Jahren bist du 1x durch die Bibel! 8)
8 Jahre sind schon recht komfortabel. Ich brauche ca. 5 Jahre für einen Durchgang. Es geht ja nicht darum, viele Verse pro Tag zu lesen, sondern darum, das Gelesene zu verstehen.

Günter

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Dienstag, 18. Mai 2021, 11:29


Marjorie Taylor Greene, eine evangelikale Christin.

Während die Führung der Republikaner gerade die Trump-Kritikerin Liz Cheney aus allen Parteiämtern gefeuert hat, erfreut sich MTG wachsender Beliebtheit bei den amerikanischen Rechten. Ihr unwürdiges Verhalten auch auf den Fluren des Parlaments in der letzten Woche erinnert ein bisschen an die AfD und sonstigen Rechten bei uns, die mit gezielten Tabubrüchen mediale Aufmerksamkeit erhaschen wollen.


Ja Grubi, eine evangelikale Christin. Aber, was sagt das schon aus. Jürgen Werth sagte schon vor vielen Jahren als Vorsitzender der Evangelischen Allianz im Fernsehen, dass dieser Begriff verbrannt ist. Interessant ist auch die Deutung dieses künstlichen Begriffes in der deutschen Sprache von Prof. Dr. Dr. Roland Werner:

Was ist eigentlich „evangelikal“?

Jeder, der die "Evangelikalen" kritisiert (oder auch hochlobt) sollte sich diese Informationen einmal antun. ^^
Liebe Grüße :)

 

Günter

 


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Dienstag, 18. Mai 2021, 16:48



Das ist doch auch logisch: Jeder Mensch hat nominell ein Stimme, wenn es um Wahlen geht. Und Nachfolger Jesu wählen Jesus Christus. Wer dann hingeht und Trump, Biden, Merkel, Macron, Baerbock oder sonstwen wählt, macht seine Stimme ungültig

Daraus folgt, dass sich Nachfolger Jesu neutral zu verhalten haben, wenn menschliche Regierungen gewählt werden.

Völlig irre, die Idee.
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Dienstag, 18. Mai 2021, 17:57

Ja, es ist schon ziemlich irre, wenn man sich als Christ bezeichnet und gleichzeitig Trump und Konsorten wählt... Aber die Welt ist nun mal irre... ;)

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Mittwoch, 19. Mai 2021, 15:14

Überhaupt nicht, das haben die Christen doch durch ihre gesamte zweitausendjährige Geschichte hindurch immer wieder getan.

Es ist doch sozusagen das Markenzeichen des Christentums, diejenigen zu unterdrücken, zu versklaven, auszubeuten, zu ermorden, zu vergewaltigen, ihnen ihr Land und ihre Bodenschätze zu nehmen, die etwas anders aussehen, eine plattere Nase oder eine andere Hautfarbe als wir haben.
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Mittwoch, 19. Mai 2021, 16:35

Überhaupt nicht, das haben die Christen doch durch ihre gesamte zweitausendjährige Geschichte hindurch immer wieder getan.

Es ist doch sozusagen das Markenzeichen des Christentums, diejenigen zu unterdrücken, zu versklaven, auszubeuten, zu ermorden, zu vergewaltigen, ihnen ihr Land und ihre Bodenschätze zu nehmen, die etwas anders aussehen, eine plattere Nase oder eine andere Hautfarbe als wir haben.

Grubi, Du pauschalierst total! Nach dieser Logik müsstest Du auch sagen, dass alle Sozialisten ausnahmslos grausame und rücksichtslose Unterdrücker und Diktatoren sind!

Natürlich haben die Kirchen und ihre Verantwortlichen zu allen Zeiten immer wieder große Fehler begangen. Aber, das kann man doch nicht pauschal allen Christen vorwerfen!
Liebe Grüße :)

 

Günter

 


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Mittwoch, 19. Mai 2021, 16:43

Zitat von »Grubendol«

Es ist doch sozusagen das Markenzeichen des Christentums, diejenigen zu unterdrücken, zu versklaven, auszubeuten, zu ermorden, zu vergewaltigen, ihnen ihr Land und ihre Bodenschätze zu nehmen, die etwas anders aussehen, eine plattere Nase oder eine andere Hautfarbe als wir haben.


Nee Grubi, das ist eher sozusagen das Markenzeichen des Egoismus in seiner Ausprägung als Kolonialismus, Imperialismus, Kapitalismus, Rassismus, Militarismus, und ähnlich verwerflicher -ismen ...

Im Gegensatz dazu einige Markenzeichen des Christentums:

Matth.7,12

Zitat

Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollen, das tut ihr ihnen auch! Denn darin besteht das Gesetz und die Propheten.
(aka Goldene Regel) ;)

Galater6,7

Zitat

Lasst uns also nun, wie wir Gelegenheit haben[6], allen gegenüber das Gute wirken, am meisten aber gegenüber den Hausgenossen des Glaubens!


Luk. 6,35-36

Zitat

Ihr dagegen, hört nicht auf, eure Feinde zu lieben, Gutes zu tun und zu leihen, ohne etwas zurückzuerwarten. Und eure Belohnung wird groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein, denn er ist gütig zu denen, die undankbar und schlecht sind. 36 Seid weiterhin barmherzig, so wie euer Vater barmherzig ist.

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Mittwoch, 19. Mai 2021, 19:02

Überhaupt nicht, das haben die Christen doch durch ihre gesamte zweitausendjährige Geschichte hindurch immer wieder getan.

Es ist doch sozusagen das Markenzeichen des Christentums, diejenigen zu unterdrücken, zu versklaven, auszubeuten, zu ermorden, zu vergewaltigen, ihnen ihr Land und ihre Bodenschätze zu nehmen, die etwas anders aussehen, eine plattere Nase oder eine andere Hautfarbe als wir haben.

Grubi, Du pauschalierst total! Nach dieser Logik müsstest Du auch sagen, dass alle Sozialisten ausnahmslos grausame und rücksichtslose Unterdrücker und Diktatoren sind!

Natürlich haben die Kirchen und ihre Verantwortlichen zu allen Zeiten immer wieder große Fehler begangen. Aber, das kann man doch nicht pauschal allen Christen vorwerfen!

Nein, tu ich nicht. Natürlich leidet der Sozialismus wie jede andere Ideologie unter dem gleichen Phänomen wie das Christentum. Man kann diese Leute, die sich das falsche Etikett anheften, beim Sozialismus aber benennen und abgrenzen.

Und, Sozialisten gibt es erst seit 1848, das Christentum seit 2000 Jahren und seit Konstantin hat es in jeder erdenklichen Ausprägung den Mächtigen und Reichen gedient. Was Nemesis da zitiert, sind bestenfalls fromme Wünsche.

Außerdem hat der theoretische Sozialismus nichts mit Diktatoren zu tun, es hat ihn ja nie irgendwo auf der Welt gegeben. Deswegen gibt es ja zwei unterschiedliche Begriffe. Stalin war kein Sozialist, Mao war keiner, Castro war keiner, Ulbricht und Honecker waren keine Sozialisten, auch wenn sich alle auf Marx berufen haben, für den der Sozialismus eine Stufe auf dem Weg zum Kommunismus war. Auch die Kims in Nordkorea sind und waren keine Sozialisten. Man darf nicht den Sozialismus mit dem Kommunismus oder einem feudalen Familienclan verwechseln.

Der theoretisch interessante Punkt hierbei ist, dass, wenn es nie einen sozialistischen Staat gegeben hat, es auch keinen kommunistischen Staat gegeben hat. Diesen Standpunkt nehmen Sozialisten ein. Alle diese Versuche wurden ganz schnell Diktaturen, weil eine notwendige Zwischenstufe, der Sozialismus, einfach gefehlt hat.

Das Christentum hingegen sieht grundsätzlich gar keine gesellschaftliche Entwicklung vor. Die Dinge sind so, wie Gott sie geordnet hat. Wer die Gesellschaft verändern will, handelt gegen die Ordnung Gottes. Das ist ein wesentlicher struktureller Unterschied zwischen der sozialistischen Ideologie und der christlichen Religion. Da ist zum einen das Jesuswort, als die Pharisäer ihn aufs Glatteis führen wollen (in allen drei Evangelien nachzulesen) und als Bekräftigung dieser Ansicht kann man noch den Römerbrief Kapitel 13, Vers 1 bis 7, anführen. Abgesehen davon argumentieren die Mullahs im Iran oder der "IS" nicht anders, aber das Christentum hat eine wirklich lange Geschichte, wenn es darum geht, Abweichler zu foltern und zu ermorden. Und die Inquisition diente immer den jeweiligen Mächten, verschaffte diesen sozusagen eine göttliche Legitimation bei der Unterdrückung der Massen. Denn wer die jeweilige Herrschaftsordnung anzweifelt, zweifelt die göttliche Ordnung an. Das konnte und wurde immer wieder mit der Bibel und meinetwegen auch dem Koran begründet.

Das ist aber nicht exklusiv, schon Sokrates musste den Schierlingsbecher trinken, weil ihm unter anderem Gottlosigkeit vorgeworfen wurde. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass dieses Phänomen in den Diktaturen des 20. Jahrhunderts ohne Gott ebenso auftaucht. Ob nun die christliche Inquisition, die Sonderkommandos der SS oder die sowjetischen Politoffiziere in Katyn, ihre Taten wurden stets mit einem Eintreten für ein wichtigeres höheres Ganzes legitimiert und begründet.

Das ist eine grundlegende strukturelle Eigenschaft von Ideologien und Religionen mit einem männlichen Schöpfergott. Es ist die Grundlage des Patriarchats. Die "göttliche Ordnung" im Verhältnis von Gott und Mensch, die Dichotomie eines über- und eines untergeordneten Pols spiegelt die weltliche Ordnung von Herrschern und Beherrschten wider und wer gegen die eine Ordnung aufbegehrt, vergeht sich auch gegen die andere.

Fast diese ganzen 2000 Jahre einfach für "nicht christlich" zu erklären und sich damit aus der Affäre zu ziehen, wie Nemesis das tut, ist zu einfach. Aber dass Konstantin das Kreuz ausgerechnet vor einer Schlacht auf die Schilde seiner Soldaten malen ließ, gab natürlich die zu erwartende Richtung vor. Die Alleinherrschaft war ja nun nicht gerade römische Tradition, und mit der Maßgabe, dass im Himmel wie auf Erden nur einer herrschen sollte, fand Konstantin eine vortreffliche Begründung für sein Streben nach der römischen Alleinherrschaft. Er vereinigte das westliche Rom wieder mit dem östlichen Teil und führte dies auf den Beistand des Christengottes zurück. Da ist es nur noch ein klitzekleiner Schritt bis zum "Gottesgnadentum". Woran Echnaton lange vorher in Ägypten noch gescheitert war, Konstantin gelang es.

Bis 1649 wurde denn auch kein europäischer Monarch von seinen Untertanen hingerichtet, und da konnten bereits alle Menschen, die des Lesens mächtig waren, die Bibel in ihrer jeweiligen Landessprache lesen. Es waren die englischen Puritaner unter Cromwell, die den katholischen König Karl Stuart enthaupteten. Die Todesart war anscheinend Familientradition bei den Stuarts, aber Maria, die Großmutter Karls, war vor ihrer Hinrichtung schon 18 Jahre in Haft gewesen und keine aktiv herrschende Monarchin mehr. Sie wurde auch nicht von ihren Untertanen, sondern von der Konkurrenz umgebracht. Wenn zwei Fürsten behaupten, Gott habe sie auserwählt, kann das schon mal vorkommen. Der jeweilige Sieger beruft sich dann auf Römer 13 und hat alles hat seine Ordnung.
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Mittwoch, 19. Mai 2021, 20:13

Zitat

Und, Sozialisten gibt es erst seit 1848, das Christentum seit 2000 Jahren und seit Konstantin hat es in jeder erdenklichen Ausprägung den Mächtigen und Reichen gedient. Was Nemesis da zitiert, sind bestenfalls fromme Wünsche.
Oh, Grubi - es ist viel mehr als das. Es ist nicht nur die DNA des Christentums sondern zeigt deutlich auf, wie weit sich die Christenheit seit Beginn der prophezeiten Abtrünnigkeit von der reinen christlichen Lehre entfernt hat. Diese Abtrünnigkeit begann übrigens nicht erst mit Konstantin. ;)

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Außerdem hat der theoretische Sozialismus nichts mit Diktatoren zu tun, es hat ihn ja nie irgendwo auf der Welt gegeben. Deswegen gibt es ja zwei unterschiedliche Begriffe. Stalin war kein Sozialist, Mao war keiner, Castro war keiner, Ulbricht und Honecker waren keine Sozialisten, auch wenn sich alle auf Marx berufen haben, für den der Sozialismus eine Stufe auf dem Weg zum Kommunismus war. Auch die Kims in Nordkorea sind und waren keine Sozialisten. Man darf nicht den Sozialismus mit dem Kommunismus oder einem feudalen Familienclan verwechseln.

Der theoretisch interessante Punkt hierbei ist, dass, wenn es nie einen sozialistischen Staat gegeben hat, es auch keinen kommunistischen Staat gegeben hat. Diesen Standpunkt nehmen Sozialisten ein. Alle diese Versuche wurden ganz schnell Diktaturen, weil eine notwendige Zwischenstufe, der Sozialismus, einfach gefehlt hat.
Das Problem beim "theoretischen Sozialismus" ist ja schon mal, dass dieses Konzept zu keiner praktischen Umsetzung taugt, da ja alle Umsetzungen in die Praxis zu Diktaturen führen, die den Sozialismus ironischerweise außen vor lassen...sagst du ja selbst. Und dann haben wir noch kein bisschen über die Kritik in Bezug auf Marx selbst gesprochen.

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Das Christentum hingegen sieht grundsätzlich gar keine gesellschaftliche Entwicklung vor.
Selbst wenn wir hier über das abtrünnige politisch/wirtschaftliche Pseudo-Christentum sprechen, lässt sich das so pauschal nicht sagen, da die Zersetzung der Gesellschaft bis hin zu ihrer Auflösung ja auch als Entwicklung betrachtet werden kann, die den reichen und mächtigen Oligarchen dienlich ist.

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Die Dinge sind so, wie Gott sie geordnet hat. Wer die Gesellschaft verändern will, handelt gegen die Ordnung Gottes. Das ist ein wesentlicher struktureller Unterschied zwischen der sozialistischen Ideologie und der christlichen Religion.
Allein der Umstand, dass es überhaupt Diskussionen menschlicher Hybris über die "Ordnung" gibt, stellt einen grundsätzlichen strukturellen Unterschied zwischen der Ordnung Gottes und Allem, was Menschen meinen unter Ordnung verstehen zu können, dar. Das Postulat: "Wer die Gesellschaft verändern will, handelt gegen die Ordnung Gottes." gehört selbst schon zu diesen menschlichen kurzsichtigen Deutungen des Begriffes "Ordnung", als könne ein kurzlebiger Mensch die Ordnung Gottes nachvollziehen, geschweige denn beurteilen... :rolleyes:

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Da ist zum einen das Jesuswort, als die Pharisäer ihn aufs Glatteis führen wollen (in allen drei Evangelien nachzulesen) und als Bekräftigung dieser Ansicht kann man noch den Römerbrief Kapitel 13, Vers 1 bis 7, anführen. Abgesehen davon argumentieren die Mullahs im Iran oder der "IS" nicht anders, aber das Christentum hat eine wirklich lange Geschichte, wenn es darum geht, Abweichler zu foltern und zu ermorden. Und die Inquisition diente immer den jeweiligen Mächten, verschaffte diesen sozusagen eine göttliche Legitimation bei der Unterdrückung der Massen. Denn wer die jeweilige Herrschaftsordnung anzweifelt, zweifelt die göttliche Ordnung an. Das konnte und wurde immer wieder mit der Bibel und meinetwegen auch dem Koran begründet.
Ich frage mich ja, warum ausgerechnet du diese Begründungen für legitim hältst. Hieltest du sie nicht für legitim, wäre deine Kritik zumindest korrekt adressiert. Warum spielst du die Karte derer, die die Bibel derart missbräuchlich interpretieren?

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Das ist aber nicht exklusiv, schon Sokrates musste den Schierlingsbecher trinken, weil ihm unter anderem Gottlosigkeit vorgeworfen wurde. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass dieses Phänomen in den Diktaturen des 20. Jahrhunderts ohne Gott ebenso auftaucht. Ob nun die christliche Inquisition, die Sonderkommandos der SS oder die sowjetischen Politoffiziere in Katyn, ihre Taten wurden stets mit einem Eintreten für ein wichtigeres höheres Ganzes legitimiert und begründet.
Dabei sollte gerade dir als Atheisten die Abartigkeit solcher Begründungen sofort ins Auge fallen. Geschweige denn ihre Scheinheiligkeit. Wie offensichtlich soll die Vergöttlichung einer meist politischen Ideologie noch werden?

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Das ist eine grundlegende strukturelle Eigenschaft von Ideologien und Religionen mit einem männlichen Schöpfergott. Es ist die Grundlage des Patriarchats. Die "göttliche Ordnung" im Verhältnis von Gott und Mensch, die Dichotomie eines über- und eines untergeordneten Pols spiegelt die weltliche Ordnung von Herrschern und Beherrschten wider und wer gegen die eine Ordnung aufbegehrt, vergeht sich auch gegen die andere.
Allein der Fakt dass Gott als Geistwesen keinem Geschlecht zuzuordnen ist, widerlegt die abermals menschliche Vorstellung eines "männlichen Schöpfergottes" und von dieser Prämisse ausgehend auch die Vorstellung des Patriarchats. Die aus diesem Verständnis resultierenden menschlichen Ansichten über die "Ordnung Gottes" sollten als das betrachtet werden, was sie sind: menschliche Ansichten, die von einer Art Subjektivismus angetrieben und gleichermaßen beschränkt werden.

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Fast diese ganzen 2000 Jahre einfach für "nicht christlich" zu erklären und sich damit aus der Affäre zu ziehen, wie Nemesis das tut, ist zu einfach
Nein, Grubi... Es ist das genaue Gegenteil von "zu einfach". Dadurch wird verhindert, dass sich die Diskussionen auf Nebenschauplätze verschieben, die von der Affäre ablenken sollen. Gewissermaßen hältst du dir mit deinem Vorwurf selbst den Spiegel vor. Zu einfach ist es, etwas für christlich zu erklären, damit man seine Kritik am Christentum platzieren kann, ungeachtet der Frage, was überhaupt de facto christlich ist, oder gar eben diese christlichen Grundsätze als "fromme Wünsche" zu verhöhnen, um nicht näher darauf eingehen zu müssen.

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Aber dass Konstantin das Kreuz ausgerechnet vor einer Schlacht auf die Schilde seiner Soldaten malen ließ, gab natürlich die zu erwartende Richtung vor. Die Alleinherrschaft war ja nun nicht gerade römische Tradition, und mit der Maßgabe, dass im Himmel wie auf Erden nur einer herrschen sollte, fand Konstantin eine vortreffliche Begründung für sein Streben nach der römischen Alleinherrschaft. Er vereinigte das westliche Rom wieder mit dem östlichen Teil und führte dies auf den Beistand des Christengottes zurück. Da ist es nur noch ein klitzekleiner Schritt bis zum "Gottesgnadentum". Woran Echnaton lange vorher in Ägypten noch gescheitert war, Konstantin gelang es.

Dass aber Jesus Christus König im Königreich der Himmel ist und nicht Konstantin, ist dem Konstantin dabei wohl entfallen, was? Im Ernst, Grubendol: Wie kann man als Atheist so argumentieren? Eine solche Argumentation zerlegt sich selbst. Da braucht es noch nicht mal einen Blick in die Geschichtsbücher.

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Wenn zwei Fürsten behaupten, Gott habe sie auserwählt, kann das schon mal vorkommen. Der jeweilige Sieger beruft sich dann auf Römer 13 und hat alles hat seine Ordnung.
Wer des Denkens fähig und willens ist, überprüft wohl vorher die Behauptungen, bevor er "alles in Ordnung" wähnt. ;)