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Grubendol

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1

Freitag, 9. April 2021, 16:59

Wahlkampf gegen die eigene Partei

Zitat

Wirbel um Wagenknechts neues Buch: Wahlkampf gegen die eigene Partei
(...)
„Wer das Buch von Sahra Wagenknecht liest, kann nur zu einem Schluss kommen: Sie befindet sich in einem regelrechten Feldzug gegen die eigene Partei“, sagt der Oberhausener Linkspartei-Bundestagsabgeordnete Niema Movassat der taz. Es sei für ihn „unergründlich, wie jemand, der Teile unserer Wählerschaft und die Programmatik der Partei offensichtlich verachtet, Spitzenkandidatin in NRW werden will.“

Der Grund für Movassats Empörung: Mit scharfen Worten attackiert Wagenknecht in ihrem Buch jegliche emanzipatorische Bewegungen, denen sich die Linkspartei eigentlich verbunden fühlt. Von den Fridays for Future über Black Lives Matter, dem Seebrücke-Bündnis bis hin zu den „Unteilbar“-Demonstrationen – für die einstige linke Frontfrau alles unerquickliche Veranstaltungen einer degenerierten „Lifestyle-Linken“, die den Bezug zu den wahren gesellschaftlichen Problemen verloren habe.
(...)
TAZ


Zitat

Streit um Bundestagskandidatur; Erste Linkenvorstände fordern Wagenknecht-Rückzug
(...)
»Während wir daran arbeiten, Antirassismus und Ökologie auch als soziale Fragen in Bündnissen und mit Gewerkschaften zur Geltung zu bringen, verunglimpft Sahra Bewegungen wie Unteilbar, Black Lives Matter oder Fridays for Future als ›selbstgerecht‹. Querdenken hingegen verteidigt sie«, sagte Vorstandmitglied Johannes König aus Bayern dem SPIEGEL. Wenn man so konträr zur eigenen Partei agiere, »sollte man keine Spitzenkandidatin eines großen Landesverbands sein«.
(...)
Spiegel Online

Sahra hat fertig...Ich habe mittlerweile eine Menge direkter Zitate aus dem Buch gelesen. Das geht gar nicht, vieles davon hätte die Weidel auch schreiben können und steht so oder so ähnlich in den Wahlprogrammen der AfD. Wagenknecht hat, wie schon ihr Ehemann Lafontaine vor Jahren, jeglichen politischen Kredit verloren.

Ihr Rechtsschwenk ist schon seit Wochen in ihren Facebook-Beiträgen zu Corona zu erkennen gewesen und hat mich persönlich zunehmend mehr verärgert. Hier nimmt sie zunehmend Querdenker-Positionen ein. Der Versuch, diejenigen als Wähler zu gewinnen, die der Coronapolitik der Regierung und der Länder kritisch gegenüber stehen, ist ganz deutlich zu erkennen, wenn sie offen linke Demonstranten (Klima, LGBT, Frauen) diskreditiert und im Gegensatz Querdenker lobt.

Angesicht des desaströsen Abschneidens der Linkspartei in den vergangenen Landtagswahlen will sie anscheinend versuchen, diejenigen Querdenker zu erreichen, die nicht originär Pegida/AfD sind. Jetzt sieht es aber eher so aus, dass sie die Linkspartei spalten und schwächen könnte, wenn sie öffentlich Positionen vertritt, die eine linke Wählerschaft definitiv abschrecken.
"Ihr Menschen seid schwach und zerbrechlich! Wenn Euer Magen spricht, dann vergesst Ihr Euer Hirn!
Und wenn Euer Hirn spricht, dann vergesst Ihr Euer Herz! Und wenn Euer Herz spricht, dann vergesst Ihr alles!"

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Mittwoch, 14. April 2021, 18:43

Wagenknecht-Interview im Deutschlandfunk

Wörtlich schreibt Wagenknecht:

Zitat

"Die Identitätspolitik läuft darauf hinaus, das Augenmerk auf immer kleinere und immer skurrilere Minderheiten zu lenken, die ihre Identität jeweils in irgendeiner Marotte finden, durch die sie sich von der Mehrheitsgesellschaft unterscheiden und aus der sie den Anspruch ableiten, ein Opfer zu sein."

Ich kann mir keinen Kontext vorstellen, in dem dieses angeblich aus dem Zusammenhang gerissene Zitat etwas anderes sagt als das es eine "Marotte" sei, dunkelhäutig, schwul oder Ausländer zu sein.

Im Gegenteil, für mich sieht es wie eine Marotte von Frau Wagenknecht aus, sich unverstanden und als Opfer zu fühlen, wenn man ihr die Worte vorhält, die nun einmal verfasst hat.
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3

Freitag, 16. April 2021, 17:21

Zitat

Wagenknecht geht gegen AfD-Plakat vor
(...)
Die frühere Fraktionsvorsitzende der Linken, Sahra Wagenknecht, leitet rechtliche Schritte wegen eines AfD-Wahlplakats ein. Hintergrund ist ein großer Aufsteller der rechten Partei, der im Kreis Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt an einer Bundesstraße platziert wurde und Wagenknecht zeigt. »Sahra hat recht. Zuwanderung begrenzen«, steht darauf geschrieben, dazu ist das Konterfei Wagenknechts auf blauem Hintergrund sowie ein Logo der AfD Anhalt-Bitterfeld zu sehen. Am 6. Juni finden in dem Bundesland Landtagswahlen statt.
(...)
Spiegel Online


Und sie laufen! Naß und nässer
wirds im Saal und auf den Stufen.
Welch entsetzliches Gewässer!
Herr und Meister! hör mich rufen! –
Ach, da kommt der Meister!
Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister
werd ich nun nicht los.


Johann Wolfgang von Goethe, "Der Zauberlehrling" (1797)
"Ihr Menschen seid schwach und zerbrechlich! Wenn Euer Magen spricht, dann vergesst Ihr Euer Hirn!
Und wenn Euer Hirn spricht, dann vergesst Ihr Euer Herz! Und wenn Euer Herz spricht, dann vergesst Ihr alles!"

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4

Freitag, 16. April 2021, 17:37

Was hat sie denn nun geschrieben?

Zitat

S. 158: "Drei Jahrzehnte neoliberaler Politik haben viele der einstigen Einschränkungen und Regelungen abgeräumt. Die Gewerkschaften sind heute nicht nur sehr viel schwächer als in ihren Blütezeiten, die linksliberale Erzählung von der Verpflichtung zu Weltoffenheit und Diversität führt auch dazu, dass sie sich kaum noch trauen, die Beschäftigung von Zuwanderern auch nur zu problematisieren."
S. 160 f. "Immerhin ist der deutsche Niedriglohnsektor einer der größten in ganz Europa. Jeder fünfte Beschäftigte arbeitet heute in diesem Bereich. Seine Existenz geht zum einen auf die Arbeitsmarktreformen in der Zeit der SPD-Grünen-Koalition unter Gerhard Schröder zurück, die viele Schutzrechte von Beschäftigten aufgehoben und den Unternehmen die Möglichkeit gegeben hatte, großflächig reguläre Vollzeitjobs durch irreguläre Beschäftigungsverhältnisse zu ersetzen. Seither boomen Minijobs, Leiharbeit, Werkverträge oder Befristungen mit entsprechenden Auswirkungen auf das Lohnniveau. Dass die Löhne allerdings in vielen Branchen um bis zu 20 Prozent sanken und selbst ein jahrelang anhaltendes Wirtschaftswachstum daran nichts ändern konnte, das war allein wegen der hohen Migration nach Deutschland möglich. Denn nur sie stellte sicher, dass die Unternehmen die Arbeitsplätze zu den niedrigen Löhnen unverändert besetzen konnten."

Vor fünf Jahren klang das anders:

Zitat

Rede von Sahra Wagenknecht in der Bundestagsdebatte am 24.09.2015 zur Regierungserklärung zum EU-Sondertreffen zu Flüchtlingen und zum UN-Nachhaltigkeitsgipfel
(...)
(...)
Es ist die Verantwortung der Politik, dafür Sorge zu tragen, dass die Integration nicht zu einer neuen Welle von Lohndumping und Sozialabbau führt. Denn wer das zulässt, nährt genau die Ängste und Ressentiments, die rechten Hasspredigern den Boden bereiten. Ist ihnen Ihre schwarze Null wirklich so heilig, dass sie dafür in Kauf nehmen, braune Nullen beim Stimmenfang zu unterstützen? Ich finde das unerträglich.
(...)
Die wirklich teuren Flüchtlinge, das sind nicht die, die vor Krieg und Terror fliehen. Die wirklich teuren, das sind die Steuerflüchtlinge, das sind die Konzerne und reichsten Familien, die mit tausend Tricks die öffentliche Hand in Deutschland jedes Jahr um bis zu 100 Milliarden Euro prellen.
(...)
Innenspiegel Forum
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Freitag, 16. April 2021, 17:48

Zitat

Aus der Zeit gefallen
(...)
Selbstverständlich ist Sahra Wagenknecht keine Rassistin. Sie trägt, denke ich, nicht wesentlich mehr Vorurteile in sich, als wir alle es für gewöhnlich tun. Ihre Äußerungen gegen Diskriminierung von Minderheiten wirken auf mich authentisch. Sie weiß, wovon sie spricht. Die Tochter eines Iraners erzählte dem Zeit-Magazin 2017 über ihre Kindheit in der DDR: "Ich sah fremdländisch aus. Da gab es immer wieder unschöne Erlebnisse, Kinder, die mich gehänselt haben: 'Wie sieht denn die aus?'– 'Kommst du aus China?'"
(...)
Sahra Wagenknecht scheint mir vielmehr aus der Zeit gefallen zu sein. Es wirkt, als wäre sie irgendwo zwischen den Achtzigern und frühen Neunzigern stecken geblieben. Sie versteht sich als traditionelle Linke; als konservative Linke, wenn man so will. Geboren und sozialisiert im "Arbeiter- und Bauernstaat", dreht sich bis heute alles bei ihr um die Arbeiterklasse. Arbeiterinnen und Arbeiter machen gegenwärtig noch ein Viertel aller Erwerbstätigen im produzierenden Gewerbe aus. Ihre Zahl ist über die Jahrzehnte massiv geschrumpft. 75 Prozent ernährt der Dienstleistungssektor, rund ein Prozent die Landwirtschaft.
(...)
Sahra Wagenknecht weiß offenbar nicht mehr so genau, wo die deutsche Gesellschaft im 21. Jahrhundert steht. Das zeigte schon ihre Bewegung "Aufstehen" von 2018, bei der die meisten von Anfang an einfach sitzen geblieben sind.
(...)
Bei mir rufen Sahra Wagenknechts Äußerungen Gedanken an Sozialismus und Nationalismus hervor. Über diese Kombination muss man sich nicht wundern, sozialistisches und nationalistisches Denken passten schon früher gut zusammen – spätestens seit Friedrich Naumann. 1896 hatte der Pfarrer und Publizist den "Nationalsozialen Verein" gegründet. Mit Ansätzen von gestern jedoch, die an nationalstaatliche oder sogar völkische Einstellungen anknüpfen und letztlich gute Lebensbedingungen primär für deutsche Arbeiter ohne Migrationshintergrund suchen, lässt sich in einer modernen Einwanderungs- und Dienstleistungsgesellschaft der Europäischen Union, eingebettet in globalisierte Strukturen, kein großartiger politischer Erfolg mehr erzielen.
(...)
Lamya Kaddor bei T-Online
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Und wenn Euer Hirn spricht, dann vergesst Ihr Euer Herz! Und wenn Euer Herz spricht, dann vergesst Ihr alles!"