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Günter

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Dienstag, 2. März 2021, 15:29

Helgolands Wirtschaft legt Öffnungskonzept für Gäste vor

Zitat

VON WIEBKE KRAMP | 02.03.2021

HELGOLAND. Das Wirtschaftsforum Helgoland hat eine Strategie entwickelt, die Insel für Touristen zu öffnen. Und das sogar schon im März.

Diskussionen über eine Öffnung des Tourismus laufen auf Hochtouren. Doch wie sieht das eigentlich auf der Insel Helgoland aus? Wie wirken mitten im Meer die Maßnahmen zur Öffnung des Tourismus? Die Helgoländer Wirtschaft sieht sich gut auf ein Ende des Lockdowns vorbereitet. Jetzt legt sie einen möglichen Fahrplan für eine maßvolle Öffnung ab Mitte März vor.

Strategien entwickelt
Bürgermeister Jörg Singer lobt, "dass die Mitgliedsunternehmen des Wirtschaftsforum Helgoland konkrete Planungen und Strategien entwickelt haben, um für eine Öffnung des Tourismus vorbereitet zu sein".
Sämtliche Planungen trafen die Vertreter der Inselwirtschaft vorbehaltlich der Voraussetzung getroffen, dass die Bundes- und Landespolitik den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts folgt, in denen Handel und Beherbergung nahezu kein Infektionsrisiko bestätigt wurden.

Der Fahrplan:
So sieht der Fahrplan der Helgoländer Wirtschaft aus: Er beginnt nach Vorstellungen der Unternehmen am 15. März mit einer "Warm-Up-Phase", in der die Gastronomie, der Handel und sonstige Dienstleister zunächst nur für die Helgoländer öffnen, um Hygienekonzepte und angepasste Betriebsabläufe zu testen.

Eine Woche später, so die Vorstellung, beginnt die Öffnung der Insel auch für Urlauber und Tagesgäste mit einer Corona-konformen Schiffskapazität. Die Beherbergungswirtschaft darf wieder Gäste aufnehmen, Gastronomie und Handel haben für alle geöffnet. Um eingeschränkte Innenraum-Kapazitäten ausgleichen zu können, gibt die Gemeinde großzügig Außenflächen zur Nutzung frei. Zur digitalen Kontakt-Nachverfolgung wird die "Luca-App"* genutzt. Führungen können mit Corona-konformer Kapazität wieder angeboten werden.

Katamaran ab Ende März
Urlauber und Tagesausflügler könnten wie im Jahr 2020 von Cuxhaven und Büsum auf die Insel fahren. Ab 26. März nimmt der Katamaran "Halunder Jet" den Schiffsverkehr ab Hamburg wieder auf. Weitere Schiffe folgen ab Anfang April und Anfang Mai. -

Digitale Kontaktnachverfolgung mit Luca-App Folgende Voraussetzungen sollten aus Helgoländer Sicht dabei gelten: Eine digitale Kontaktnachverfolgung mittels Luca-App, Nachweis eines negativen Testergebnisses (auch Schnelltests), Testzentrum in Cuxhaven, ein konsequentes Einhalten der Hygiene-Konzepte sowie intensive Kontrollen des Einhaltens. Außerdem verpflichtet sich die Helgoländer Wirtschaft zu regelmäßiger Testung der Mitarbeiter.

Mit diesen Maßnahmen möchte Helgoland ein moderat geregeltes Hochfahren des Tourismus ermöglichen.

Negativer Test notwendig
Schließlich, so das Wirtschaftsforum in einer Pressemitteilung, müsse man lernen, mit den Virus zu leben. Der Nachweis eines negativen Testergebnisses, Hygienekonzepte und Kontrollen sorgten für die Sicherheit zum Wohle aller. Es habe auf Helgoland bisher noch keine einzige Eins-zu Eins-Übertragung des Virus stattgefunden. Das zeige, dass Hygienekonzepte im letzten Sommer mit rund 200 000 Gästen gut funktioniert hätten.

Inzidenz Schleswig-Holsteins
"Gerade mit der Luca-App soll eine sehr schnelle Nachverfolgung etwaiger Infektionsketten möglich werden, um so die so genannten Super-Spreader schnell identifizieren und unmittelbar Gegenmaßnahmen einleiten zu können", heißt es in der Mitteilung.

Helgoland sei durch seine Lage rund 40 Kilometer vor der Küste völlig losgelöst vom Kreis Pinneberg zu sehen. Dies solle bei der Entwicklung des Inzidenzwertes berücksichtigt werden. Direkte Kontakte gebe es nur zwischen dem Landkreis Cuxhaven, der Hansestadt Hamburg und dem Kreis Dithmarschen. Maßgeblich sollte daher für Helgoland der Inzidenzwert des Landes Schleswig-Holstein sein.

Gegen branchenspezifische Teilöffnungen:
Was auf Helgoland und auf anderen Inseln sowie in vielen Tourismushochburgen nicht gehe, seien branchenspezifische Teilöffnungen. Wenn beispielsweise nur die Gastronomie öffnen dürfe, dann fehlten die Gäste. Allein von Einheimischen sei ein rentables Auskommen nicht möglich. Das gelte ebenso für den Handel.

Tagestouristen willkommen
Eine Unterscheidung zwischen Tages- und Urlaubsgast mache ebenfalls keinen Sinn. Die Tagesgäste Helgolands sind die Urlaubsgäste in den Hafenorten auf dem Festland. Es wäre nicht nachvollziehbar, wenn Gäste in dem einen Ort Urlaub machen, aber nicht nach Helgoland fahren dürfen. Anreisekapazitäten seien ohnehin eingeschränkt. Ein unkontrollierter Tagestourismus, der im vorigen Sommer in vielen Festlandsorten zu Problemen geführt hat, könne auf Helgoland nicht stattfinden. Ein annähernd rentabler Schiffsbetrieb sei für die Reedereien nur mit beiden Gästegruppen gleichermaßen möglich. "Entweder man öffnet die Insel oder man lässt es. Dann geht aber die wirtschaftliche Förderung der Betriebe weiter, und die müsste auf ein dauerhaft sicherndes Maß angepasst werden", so das Fazit des Wirtschaftsforums.

Alle aktuellen Infos rund um die Entwicklung und Auswirkungen der Coronavirus-Krise auf die Region rund um Cuxhaven lesen Sie hier.

Der Verein Wirtschaftsforum Helgoland setzt sich zusammen aus Vertretern der Reedereien, Handel, Hotellerie und Gastronomie auf Helgoland. Geschäftsführer ist Prof. Dr. Martin Linne aus Eklkmshorn, der Tourismus an der Harz-Hochschule lehrt. (red/wip)

https://www.cnv-medien.de/news/helgoland…gaeste-vor.html
Liebe Grüße :)

 

Günter