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Gera

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Montag, 28. Dezember 2020, 08:49

Sind größere Kinder verantwortlich für kleine?

Immer wieder erlebte ich in russischen, albanischen oder anderen osteuropäischen Familie, dass ältere Kinder viel Erziehungsarbeit bei den Kleineren leisteten. Unsere damals 5-jährige Adoptivtochter konnte Babys wickeln, anziehen und selbständig versorgen. Sie machte das oft im Waisenhaus und die Tanten griffen nach ihrer Aussage nur ein, wenn ein Baby zu langsam trank. " Trinken immer ganz schnell, sonst Popo hauen mit Peitsche." Als das Kind 6 war, liebte sie s, die Pflegetochter morgens fertig zu machen, manchmal schon ganz früh, um mir zuvor zu kommen.
Ist es richtig, Kindern diese Verantwortung aufzubürden?"
Vor einigen Jahren war unsere Adoptivtochter am Spielplatz. ein Junge griff verbal heftig ihre Freundin an und ich kann mir vorstellen, wie sie den nach ihrer Beschreibung zur Schnecke machte. nachmittags klingelte es an der Tür, es war eine verärgerte Mutter mit 2 Kindern um 10 Jahre alt. Sie sagte, ihre Mädchen und deren Freundin hätten im Discounter gegenüber des Spielplatzes ganz viele Süßigkeiten geklaut und unsere Tochter war auch auf dem Spielplatz und hätte das nicht verhindert. Größere trügen Verantwortung für die Kleinen und sie war die Älteste dort. Unsere erinnerte sich, dass dort 3x Kleingemüse im Sandkasten spielte, dann weg war, während sie den Jungen fertig machte. Später waren die wieder da und gaben ihr Kaugummi, gingen dann wieder.
Ich verteidigte sofort unsere behinderte Tochter, die für kein anderes Kind Verantwortung hat und auch nicht übernehmen kann, auch wenn sie die Älteste dort war. Das Mädchen lernte erst mit 6 sprechen und richtig laufen. aber ich denke sie der kein anderes Kind, das älter ist, trägt Verantwortung für kleinere, die draußen spielen; die liegt immer in der Hand der Eltern. Sehe ich das falsch? wir sind nicht in Albanien, wo Große sich um Kleine kümmern, egal, ob sie verwandt sind. Dennoch fand ich es manchmal schön, wenn ich Aussiedler besuchte und die sagten, ihre Tochter kümmere sich um unsere, ich könne beruhigt plaudern.
Und ihr, wie denkt ihr? Soll man die russischen Aussiedler gewähren lassen? Eine Lehrerkollegin rief mich vor Jahren an und meinte, ob wir S.s Eltern nicht anzeigen wollten. Die 13-Jährige - auch meine Schülerin - kümmere sich komplett um die kleine Schwester, schlafe sogar mit ihr in einem Bett. ich sah da keinen Handlungsbedarf, das ist Kultur in Sibirien. Bei uns ist es nicht die Regel.
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Montag, 28. Dezember 2020, 15:49

Aber ja, das gehört doch zur Erziehung dazu, so lernt man Verantwortung. Entweder für kleinere Geschwister oder auch für Haustiere - so habe ich es als Jüngster erlebt.
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Montag, 28. Dezember 2020, 17:21

RE: Sind größere Kinder verantwortlich für kleine?


Vor einigen Jahren war unsere Adoptivtochter am Spielplatz. ein Junge griff verbal heftig ihre Freundin an und ich kann mir vorstellen, wie sie den nach ihrer Beschreibung zur Schnecke machte. nachmittags klingelte es an der Tür, es war eine verärgerte Mutter mit 2 Kindern um 10 Jahre alt. Sie sagte, ihre Mädchen und deren Freundin hätten im Discounter gegenüber des Spielplatzes ganz viele Süßigkeiten geklaut und unsere Tochter war auch auf dem Spielplatz und hätte das nicht verhindert. Größere trügen Verantwortung für die Kleinen und sie war die Älteste dort. Unsere erinnerte sich, dass dort 3x Kleingemüse im Sandkasten spielte, dann weg war, während sie den Jungen fertig machte. Später waren die wieder da und gaben ihr Kaugummi, gingen dann wieder.
Ich verteidigte sofort unsere behinderte Tochter, die für kein anderes Kind Verantwortung hat und auch nicht übernehmen kann, auch wenn sie die Älteste dort war.

Verantwortung in welcher Hinsicht? Mit 14 ist man hierzulande strafmündig - d. h. verantwortlich für sein eigenes Handeln. Wie soll man dann von einem 10 Jährigen Kind erwarten, Verantwortung für jüngere Kinder zu übernehmen? - Auf einem Spielplatz? - Das ist grober Unfug!
Das Mädchen lernte erst mit 6 sprechen und richtig laufen. aber ich denke sie der kein anderes Kind, das älter ist, trägt Verantwortung für kleinere, die draußen spielen; die liegt immer in der Hand der Eltern. Sehe ich das falsch?
Auf keinen Fall. So sieht es auch der Gesetzgeber uns so entspricht es auch den biblischen Grundsätzen.

Und ihr, wie denkt ihr? Soll man die russischen Aussiedler gewähren lassen? Eine Lehrerkollegin rief mich vor Jahren an und meinte, ob wir S.s Eltern nicht anzeigen wollten. Die 13-Jährige - auch meine Schülerin - kümmere sich komplett um die kleine Schwester, schlafe sogar mit ihr in einem Bett. ich sah da keinen Handlungsbedarf, das ist Kultur in Sibirien. Bei uns ist es nicht die Regel.


Gesellschaftliche und kulturelle Aspekte können berücksichtigt werden. Keiner dieser Aspekte kann aber für sich allein beanspruchen, das Maß aller Dinge zu sein. Das sollte in unserer bunten, multi-kulti Gesellschaft eigentlich auch gar keine Frage geschweige denn ein Problem sein.

In Familien haben wir natürlich auch wieder eine andere Situation. Da erziehen sich die Geschwister auch untereinander - so wie die älteren Geschwister das von ihren Eltern vorbildlich gezeigt bekommen und an sich selbst auch erleben. Wenn Erziehung gemäß biblischen Grundsätzen stattfindet, ist das ohnehin ein Gewinn für die ganze Familie.

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Montag, 28. Dezember 2020, 17:59

Aber ja, das gehört doch zur Erziehung dazu, so lernt man Verantwortung. Entweder für kleinere Geschwister oder auch für Haustiere - so habe ich es als Jüngster erlebt.

Wurdest du meistens von der großen Schwester gewickelt? Hat sie dir dein Butterbrot für den Kindergarten geschmiert, dich gebadet? Helfen dabei kann ich mit vollziehen, aber nicht volle Versorgung. Ich musste auch öfter meinen 4-Jahre jüngeren Bruder beaufsichtigen, aber nicht versorgen.
Mit dem Hamster eines Kindes kann man das nicht vergleichen. Da kann ein 1ß-Järiger Verantwortung lernen, unser Sohn hatte Rennmäuse. Tiere stelle ich nicht mit Kindern auf eine Ebene. Und auch bei Haustieren sehe ich Unterschiede. Vor ein paar Jahren war der Traum vieler meiner Schüler ein Aquarium. Einige bekamen es zu Weihnachten. F. war so glücklich, aber nach den Osterferien erzählte er, er habe alle Fische ins Klo gespült, es machte zu viel Arbeit. N. hielt länger durch, sie erzählte erst im Herbst, die Fische qurden durchs Klo gespült, Sauber machen war lästig.
Kinder in unserem Kulturkreis sollten nie zu viel Verantwortung tragen.
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Montag, 28. Dezember 2020, 18:29

Ich weiß doch nicht mehr, wer mich gewickelt hat. Aber da beide Elternteile berufstätig waren, haben die Großen draußen beim Spielen selbstverständlich auf mich aufgepasst.
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Montag, 28. Dezember 2020, 19:12

Dagegen ist nichts einzuwenden.
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Dienstag, 29. Dezember 2020, 17:01

Witzig, wir haben zu Weihnachten gerade darüber gesprochen, meine Geschwister und ich. Ich wäre im Winter 1963/64 fast mal ersoffen, als ich in einen Fluss gefallen bin. Mein ebenfalls fünfjähriger Kumpel hat mich an einer Biegung rausgefischt und mein Bruder (14) hat mich nach Hause gebracht, ins Bett gesteckt und mir Tee mit Rum gemacht. Ich mag heute noch keinen warmen Alkohol.
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Dienstag, 29. Dezember 2020, 17:55

Ich mag heute noch keinen warmen Alkohol.
Aber du hast es überlebt... :thumbsup:

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Dienstag, 29. Dezember 2020, 18:05

Ich mag heute noch keinen warmen Alkohol.
Aber du hast es überlebt... :thumbsup:

Ja, und ohne Lungenentzündung.

Und trotz der Erfahrung keine Angst vor Wasser.
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Dienstag, 29. Dezember 2020, 18:21

Super, wenn Kinder mutig sind und helfen!

Aber man sollte sie nicht verpflichten Verantwortung zu tragen. Da gab es den Fall bei Braunschweig. Der 4-Jährige D. passte auf Schwesterchen S. auf, die 1 1/2 war und öffnete das Türchen zum Gartenteich. Als unsere Bekannte ihre S. fand, war sie bereits 20 Minuten tot. S. verkraftete es nie. Sie zogen sofort dort weg, kauften anderswo ein Haus. Als ich sie das letzte Mal traf, hatte sie Mann und Kinder verlassen. Der kleine mann war mit der beaufsichtigung seiner Schwester überfordert.
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Mittwoch, 30. Dezember 2020, 21:40

Super, wenn Kinder mutig sind und helfen!

Aber man sollte sie nicht verpflichten Verantwortung zu tragen.
Genau so ist es. Die Erfahrung, die Grubendol gemacht hat, hat ja mit einer aufoktroyierten Verantwortungs-Pflicht, die du zu recht kritisierst, nichts zu tun, sondern mit Hilfsbereitschaft und Courage in einer Notfallsituation. Und das können eben auch schon recht junge Menschen zeigen. Und dazu müssen sie auch nicht verpflichtet werden.

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Sonntag, 16. Mai 2021, 20:40

Hier wird Verantwortung mit Hilfsbereitschaft und Achtsamkeit verwechselt.

Natürlich soll man aufeinander achten und sich helfen. Aber Helfen hat nichts mit Verantwortung zu tun - einer Verantwortung, die die Eltern zu tragen haben!
Achtsamkeit untereinander solllten die Kinder erlernen - als Beispiel: wenn früher einer am Boden lag, dann half man demjenigen auf. Heute steigt man oftmals über denjenigen hinweg und fragt nicht mal nach ob der am Boden liegende Hilfe (Krankenwagen o.ä.) braucht.
Hilfsbereitschaft - jemandem in einer Notlage aushelfen, mit etwas zu Essen, Geld oder einem Werkzeug z.B.
So sehe ich das zumindest. Und das nichtmal nur als Christ. Ich finde einfach, dass sich das so gehört.