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Günter

Administrator

  • »Günter« ist männlich

Beiträge: 2 469

Registrierungsdatum: 28. Januar 2017

Wohnort: Niederwenigern

Beruf: arbeitsunfähig krank

Hobbys: Musik, Politik, Zeitgeschehen, Sport

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1

Montag, 22. April 2019, 14:45

Fällt Euch das auf?

 

In der Grafik auf Steffen Kahls Monitor sehe ich auf den ersten Blick eine Amphore und dann aber zwei Gesichter, die sich anschauen. Geht Euch das genauso?

 

 

Liebe Grüße :)

 

Günter

 


grimm

Schüler

  • »grimm« ist männlich

Beiträge: 96

Registrierungsdatum: 15. Mai 2018

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2

Montag, 22. April 2019, 22:07

Hallo Günter,

auch ich sehe, wie wohl jeder Normalsichtige, im Wechsel die Amphore und zwei Gesichter im Profil. Diese optische Täuschung entsteht wohl dadurch, dass das Gehirn zwei gleichwertige Informationen erhält und sich »nicht entscheiden kann«, welche der Informationen vorrangig ist. Übrigens: Je mehr man sich auf dieses Bild konzentriert, desto intensiver ist auch der Informationswechsel.

Grimm

Günter

Administrator

  • »Günter« ist männlich

Beiträge: 2 469

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Wohnort: Niederwenigern

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3

Samstag, 11. Juli 2020, 11:22

Hallo grimm,

Da stimme ich Dir zu. :)
Liebe Grüße :)

 

Günter

 


Gera

Moderator

  • »Gera« ist weiblich

Beiträge: 1 273

Registrierungsdatum: 29. August 2018

Über mich: Ich bin entschiedener Christ und artikuliere klar meinen Standpunkt

Beruf: Rentner

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4

Sonntag, 19. Juli 2020, 15:15

Sehe die beiden Gesichter auch
Der Friede Jesu Christi sei mit euch!
Gera

Bille1966

Moderator

  • »Bille1966« ist weiblich

Beiträge: 24

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Beruf: gelernte Hauswirtschafterin, staatlich anerkannte Erzieherin, systemische Beraterin in Fortbildung

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5

Mittwoch, 22. Juli 2020, 21:29

Ich sehe Beides.
Das war Teil meiner Erzieherausbildung, da ging es um Beobachtung.

RIKU

Anfänger

  • »RIKU« ist männlich

Beiträge: 6

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6

Mittwoch, 19. August 2020, 19:01

Hallo grimm,

Da stimme ich Dir zu. :)
Was ziehst du denn daraus als Erkenntnis fürs Religiöse?

grimm

Schüler

  • »grimm« ist männlich

Beiträge: 96

Registrierungsdatum: 15. Mai 2018

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7

Samstag, 22. August 2020, 13:15

Was ziehst du denn daraus als Erkenntnis fürs Religiöse?


Hallo RIKU.

Die Ambivalenz der Bibelauslegung könnte sich der Interpretation eines Vexierbildes nähern: der sich der Reflexion weitgehend entziehende Biblizismus einerseits, die zur Wahrnehmung, zum Wirken Gottes als transzendenten Wesens führende Entmythologisierung (dem versteckten, zu findenden Objekt des Vexierbildes entsprechend) andererseits. Es muss also der biblische Mythos erkannt, die sich in der Symbolik verbergende Intention der Botschaft herausgearbeitet werden: all die ist vornehmlich die Aufgabe des Exegeten.

Während bei der Interpretation des Vexierbildes, darauf du dich ja beziehst (sowohl zwei Gesichter im Profil als auch eine Amphore), beide Wahrnehmungen äquivalent sind, schließen die Wahrnehmung und die als einzig wahr aufgefasste Erkenntnis aus dem Biblizismus und die Erkenntnis aus den entmythologisierten Texten der Bibel einander aus. Man muss also beides erkennen und somit beides voneinander trennen.

In dem Buch des Religionsphilosophen Pinchas Lapide »Ist die Bibel richtig übersetzt?« heißt es:

Es gibt im Grunde nur zwei Arten des Umganges mit der Bibel: man kann sie wörtlich nehmen oder man nimmt sie ernst. Beides zusammen verträgt sich nur schlecht.

Die Wörtlich-Nehmer, die das Motto »Es steht geschrieben« auf ihre Fahnen geschrieben haben, reduzieren die Schrift zum »papierenen Papst«, der auf eine leblose Dimension beschränkt bleibt. Die Ernst-Nehmer hingegen, die den Mut aufbringen, ihren Text zu hinterfragen, ihn kritisch zu erörtern, um zu seiner ursprünglichen Aussagekraft vorzustoßen, werden einen Hauch jenes Geistes erspüren, der zwar weht, wohin er will, aber stetig neu belebt, zu neuen Einsichten verhilft und eine Spur vom lebendigen, unverfügbaren und immer vorwärts treibenden Gott erahnen lässt.


Grimm

grimm

Schüler

  • »grimm« ist männlich

Beiträge: 96

Registrierungsdatum: 15. Mai 2018

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8

Samstag, 22. August 2020, 13:24

Was ziehst du denn daraus als Erkenntnis fürs Religiöse?


Hallo RIKU.

Die Ambivalenz der Bibelauslegung könnte sich der Interpretation eines Vexierbildes nähern: der sich der Reflexion weitgehend entziehende Biblizismus einerseits, die zur Wahrnehmung, zum Wirken Gottes als transzendenten Wesens führende Entmythologisierung (dem versteckten, zu findenden Objekt des Vexierbildes entsprechend) andererseits. Es muss also der biblische Mythos erkannt, die sich in der Symbolik verbergende Intention der Botschaft herausgearbeitet werden: all die ist vornehmlich die Aufgabe des Exegeten.

Während bei der Interpretation des Vexierbildes, darauf du dich ja beziehst (sowohl zwei Gesichter im Profil als auch eine Amphore), beide Wahrnehmungen äquivalent sind, schließen die Wahrnehmung und die als einzig wahr aufgefasste Erkenntnis aus dem Biblizismus und die Erkenntnis aus den entmythologisierten Texten der Bibel einander aus. Man muss also beides erkennen und somit beides voneinander trennen.

In dem Buch des Religionsphilosophen Pinchas Lapide »Ist die Bibel richtig übersetzt?« heißt es:

Es gibt im Grunde nur zwei Arten des Umganges mit der Bibel: man kann sie wörtlich nehmen oder man nimmt sie ernst. Beides zusammen verträgt sich nur schlecht.

Die Wörtlich-Nehmer, die das Motto »Es steht geschrieben« auf ihre Fahnen geschrieben haben, reduzieren die Schrift zum »papierenen Papst«, der auf eine leblose Dimension beschränkt bleibt.
Die Ernst-Nehmer hingegen, die den Mut aufbringen, ihren Text zu hinterfragen, ihn kritisch zu erörtern, um zu seiner ursprünglichen Aussagekraft vorzustoßen, werden einen Hauch jenes Geistes erspüren, der zwar weht, wohin er will, aber stetig neu belebt, zu neuen Einsichten verhilft und eine Spur vom lebendigen, unverfügbaren und immer vorwärts treibenden Gott erahnen lässt.

Grimm