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Günter

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Samstag, 10. Juli 2021, 19:08

Die Deidersheimer Story

Ihr Lieben,

wie die Meisten von Euch wissen, lebe ich seit 10 Jahren im Ruhrgebiet. Hier spielte der Bergbau seit rund zweihundert Jahren eine sehr prägende Rolle. Aber nicht nur hier im Ruhrland.

Hier die Geschichte des gebürtigen Darmstädters Philip Deidesheimer:


Zitat


Philip Deidesheimer (* 1832 in Darmstadt; † 21. Juli 1916 in San Francisco) war ein deutscher Bergbauingenieur, der ein fortschrittliches System zum Grubenausbau entwickelte.

Deidesheimer wurde als Sohn jüdischer Eltern geboren.[1] Im Alter von 20 Jahren war er Absolvent der Freiberger Bergakademie, wanderte in die USA aus und sammelte ab 1851 neun Jahre lang Bergbauerfahrung in Eldorado County (Kalifornien). Im November 1860 zog er nach Virginia City (Nevada). Hier wurde Deidesheimer von der Ophir Company beauftragt, ein System zu entwickeln, welches das Schürfen von Erzen für die Bergleute sicherer machen sollte; die Ophir Company betrieb damals Bergbau in der Comstock Lode, einer Gold- und Silbermine, die seinerzeit die wichtigste Mine der Welt war und deren Bergbaumethoden die Bergbautechnik bis ins 20. Jahrhundert hinein beeinflussten.[2]


Die Bergbaumethoden zu der Zeit waren für die Bergleute hier sehr gefährlich: Um das Erz möglichst schnell abtragen zu können, wurde die erzführende Schicht in breiten Gräben abgetragen, welche einsturzgefährdet waren. Ein einfaches Umkleiden der Gräben mit Holz kam wegen der geologischen Gegebenheiten nicht infrage, da das Erz nicht in einer einzelnen Ader abgelagert war, sondern sich wie Rosinen in einem Kuchen im Boden verteilte. Deidesheimer entwickelte schließlich ein System aus kurzen, schweren hölzernen Balken, mit denen er kubische Hohlräume formte; mit dem System war es möglich, Stollen jeder Größe untertage anzulegen; es bot den Bergleuten die Möglichkeit, die verschiedenen Erzadern zu erschließen, ohne deren Sicherheit zu gefährden. Deidesheimer wurde bei dieser Entwicklung von den Strukturen von Bienenwaben inspiriert.


Deidesheimer ließ seine Erfindung nicht patentieren, sondern stellte sie zum freien Gebrauch zur Verfügung. Nachdem er das System entwickelt hatte, erhielt er bei der Ophir Company für einige Zeit den Posten des Superintendenten. Mitte 1866 zog er nach Montana, wo er eine ähnliche Position bei der St. Louis and Montana Mining Company ausübte. 1868 kehrte er nach Virginia City zurück und verlor 1875 sehr viel Geld bei einem Börsencrash. Im Alter von 43 zog er danach nach San Francisco. Hier handelte er mit Immobilien und verlor schließlich sein ganzes Vermögen beim San-Francisco-Erdbeben von 1906. Deidesheimer verstarb schließlich verarmt im Alter von 84 Jahren in San Francisco.

Erwähnenswertes:
  • Die Gegebenheit war im Jahr 1959 Inspiration für eine Folge der US-Serie Bonanza, in der Deidesheimers Herkunft jedoch – dem Zeitgeist der Nachkriegsära folgend – als „holländisch“ (und nicht als deutsch) ausgewiesen wurde; die Folge trägt im Original den Titel The Philip Deidesheimer Story.

    Philip Deidesheimer – Wikipedia


Diese oben erwähnte Verfilmung aus dem Jahre 1959 könnt Ihr hier jetzt sehen:

Bonanza - Staffel 1 Folge 8 (Film auf Deutsch German) - video Dailymotion
Liebe Grüße :)

 

Günter

 


Grubendol

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Sonntag, 11. Juli 2021, 13:47

Die Cartwrights sind also auch nur Kapitalistenknechte und beliefern die reichen Minenbesitzer mit Holz.

"Je höher ein Mann steht, um so weiter kann er sehen." - Das ist das typische Kapitalistengerede.

Geht es Adam um Sicherheit, oder will er nur mehr Holz verkaufen, wie einer der Minenbesitzer sagt:

"No Cartwright ever made a move unless there was a dollar in it for him someplace."
"Ihr Menschen seid schwach und zerbrechlich! Wenn Euer Magen spricht, dann vergesst Ihr Euer Hirn!
Und wenn Euer Hirn spricht, dann vergesst Ihr Euer Herz! Und wenn Euer Herz spricht, dann vergesst Ihr alles!"

Gera

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Sonntag, 11. Juli 2021, 17:52

Interessant diese Bergbaumethode! Ich hörte noch nie davon.


Seit wir 1983 hierher zogen, wurden alle Erzgruben dicht gemacht, aber man trifft noch immer viele alte Frauen, deren Männer unter Tage arbeiteten. Sie scheinen alle gute Renten (Knappschaft nennen sie es) zu haben.
Der Friede Jesu Christi sei mit euch!
Gera

Günter

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Montag, 12. Juli 2021, 08:29

Die Cartwrights sind also auch nur Kapitalistenknechte und beliefern die reichen Minenbesitzer mit Holz.

"Je höher ein Mann steht, um so weiter kann er sehen." - Das ist das typische Kapitalistengerede.

Geht es Adam um Sicherheit, oder will er nur mehr Holz verkaufen, wie einer der Minenbesitzer sagt:

"No Cartwright ever made a move unless there was a dollar in it for him someplace."


Moin Grubi,

ich vermute mal, dass Du von diesem Film nur einen kurzen Ausschnitte gesehen hast. Ansonsten kann ich mir nicht erklären, wie Du zu dieser Beurteilung kommen kannst.

Es geht mir aber auch im Endeffekt nicht um die Cartwrights, sondern um die Grundeinstellung der Arbeitgeber und der Reichen.

Ein Beispiel aus der Gegenwart:

In den vergangenen Jahren wurde ich bekanntlich sehr oft stationär in Krankenhäusern behandelt. Bei so einem Klinikaufenthalt erlebte ich folgendes: Zwei Fensterputzer rückten an, um die Fenster unseres Krankenzimmers zu putzen. Das Zimmer befand sich in einer der oberen Etagen der Klinik, etwa 7. oder 10. Stockwerk. Einer der Putzer stieg auf das Fensterbrett, hielt sich mit seiner rechten an der Innenseite des Rahmens fest und hangelte sich mit seinem Körper auf die Außenseite des geöffneten Fensters und begann das Fenster von außen mit einem Stilschwamm zu putzen.

Ich fragte seinen Kollegen, ob sie das immer so machen würden und ob es nicht besser wäre, sich abzusichern. "Nein", sagte der, "viel zu zeitaufwendig und damit zu teuer. Seit das Krankenhaus einen privaten Träger hat und die Leiharbeit dereguliert wurde, läuft in unserer Branche fast alles nur noch über Leiharbeit. Da haben wir keinen finanziellen Spielraum mehr für so einen Luxus!"

"Außerdem", fügte er zynisch hinzu, "stirbt man bei einem Sturz aus dieser Höhe einen schnellen Tode! Daran ändert sich auch nichts, wenn das hier direkt auf dem Krankenhausgelände passiert!"

Das ist die reale Situation hier in Deutschland in der Gegenwart! Vorschriften zur Sicherheit der Arbeitnehmer werden ausgehebelt, damit die Aktionäre ihren Reibach machen können. Wenn jemand verunglückt: Pech gehabt!


Wer nicht bereit ist, unter diesen unsicheren Bedingungen kann gehen. Es warten ja schon viele andere darauf, diesen Platz einnehmen zu dürfen! Was soll eigentlich die für die Allgemeinheit völlig nutzlose Privatisierung der Krankenhäuser? Was soll eigentlich die für die Allgemeinheit völlig nutzlose Deregulierung der Leiharbeit? Bekanntlich war es die rot-grüne Regierung Schröder, die die Leiharbeit im Rahmen von Hartz I deregulierte: Arbeitnehmerüberlassungsgesetz – Wikipedia 2003






Liebe Grüße :)

 

Günter

 


Grubendol

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Montag, 12. Juli 2021, 11:33

Die Cartwrights sind also auch nur Kapitalistenknechte und beliefern die reichen Minenbesitzer mit Holz.

"Je höher ein Mann steht, um so weiter kann er sehen." - Das ist das typische Kapitalistengerede.

Geht es Adam um Sicherheit, oder will er nur mehr Holz verkaufen, wie einer der Minenbesitzer sagt:

"No Cartwright ever made a move unless there was a dollar in it for him someplace."


Moin Grubi,

ich vermute mal, dass Du von diesem Film nur einen kurzen Ausschnitte gesehen hast. Ansonsten kann ich mir nicht erklären, wie Du zu dieser Beurteilung kommen kannst.

Nein Günter, ich habe den ganzen Film gesehen, deswegen komme ich zu der Einschätzung.
"Ihr Menschen seid schwach und zerbrechlich! Wenn Euer Magen spricht, dann vergesst Ihr Euer Hirn!
Und wenn Euer Hirn spricht, dann vergesst Ihr Euer Herz! Und wenn Euer Herz spricht, dann vergesst Ihr alles!"