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Montag, 24. Juli 2017, 07:11

Sonntagsgruß zum 23.07.2017

Psalm 26
1
Ein Psalm Davids. Herr, schaffe mir Recht, denn ich bin unschuldig. Ich hoffe auf den Herrn, darum werde ich nicht fallen.
2
Prüfe mich, Herr, und versuche mich; läutere meine Nieren und mein Herz!
3
Denn deine Güte ist vor meinen Augen, und ich wandele in deiner Wahrheit.
4
Ich sitze nicht bei den eiteln Leuten und habe nicht Gemeinschaft mit den Falschen.
5
Ich hasse die Versammlung der Boshaftigen und sitze nicht bei den Gottlosen.
6
Ich wasche meine Hände mit Unschuld und halte mich, Herr, zu deinem Altar,
7
da man höret die Stimme des Dankens und da man prediget alle deine Wunder.
8
Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnet.
9
Raffe meine Seele nicht hin mit den Sündern, noch mein Leben mit den Blutdürstigen,
10
welche mit bösen Tücken umgehen und nehmen gerne Geschenke.
11
Ich aber wandele unschuldig. Erlöse mich und sei mir gnädig!
12
Mein Fuß gehet richtig. Ich will dich loben, Herr, in den Versammlungen.


Ihr Lieben,

in unserem Kalenderblatt von heute stehen die Verse 3, 4 und 6 vom Psalm 26 als Sonntagslese. Das löste bei mir wenig Begeisterung aus, da ich aber bewusst nicht immer nur über meine Lieblingstexte schreiben will, habe ich mich darauf eingelassen. Ist etwas umfangreicher geworden und konnte auch erst heute Nachmittag hochgefahren werden, aber gelohnt hat sich diese Mühe allemal.

David war nach dem Alten Testament (1. und 2. Buch Samuel, dem 1. Buch der Könige und dem 1. Buch der Chronik) König von Juda und als Nachfolger von König Saul zeitweise auch von Israel. David lebte ca. 1.000 v. Chr. und war der Verfasser vieler Psalmen. Jesus wurde im Neuen Testament wiederholt als "Sohn Davids" bezeichnet.

Die Formulierung "seine Hände in Unschuld waschen" ist seit vielen Jahren ein bekanntes Wort. Es war Pontius Pilatus, von 26 bis 36 n. Chr. Statthalter (Präfekt) des römischen Kaisers Tiberius in den Provinzen Judäa und Samaria, der für den Tod Jesu nicht verantwortlich gemacht werden wollte. Zum Zeichen dafür wusch Pilatus sich seine Hände "in Unschuld", wie es in Israel damals aber Sitte war: Wer den anderen zeigen wollte, dass kein Blut an seinen Händen kein Blut klebt, wusch sich öffentlich die Hände! Damit bezog Pilatus sich auf den Vers 6 aus dem Psalm 26.

Das aber war von Pilatus verlogen. Entweder ich trage und übernehme Verantwortung - oder nicht! Beides geht eben nicht! Spätestens seit Pilatus ist diese Formulierung aus dem 26. Psalm ein geflügeltes Wort geworden.

Der in Riga geborene und von mir sehr geschätzte deutsche Komiker Heinz Erhardt sagte und schrieb in Anlehnung dieses Bibelwortes folgendes:

"Viele waschen ihre Hände in Unschuld -
und trotzdem sind so viele Hände schmutzig!"

Über diese weisen Worte vom längst verstorbenen Heinz Erhardt könnte man auch lange nachdenken.


Liebe Grüße :)

 

Günter

 

Atempause

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Montag, 24. Juli 2017, 07:13

König David war übrigens mit Sicherheit nicht der tolle, fromme Typ, den manche Juden und Christen im Nachhinein aus ihm machen (wollen).

Zur Zeit eines Feldzuges schlief David mit Bathseba, der Frau von Urija, dem Hethiter, der einer seiner Offiziere war. Ihr Ehemann befand sich zu diesem Zeitpunkt weit weg. David beging also Ehebruch. Später erfuhr David, dass Bathseba von ihm schwanger geworden war. So ließ er ihren Mann Urija schnell nach Jerusalem zurückkehren. David hoffte, Urija würde mit Bathseba schlafen und das Kind, dass sie von König David erwartete, dann für sein eigenes halten. Urija wollte gegenüber seinen Kameraden aber kein Vorrecht haben, solange die anderen Soldaten noch auf dem Kampffeld waren. (Möglicherweise durchschaute er aber auch die Absicht des Königs.)

Deshalb ordnete König David an, Urija bei den Kampfhandlungen an die vorderste Front zu stellen, weil es dann mehr als wahrscheinlich war, dass Urija, beim Kampf ums Leben käme. Der Plan König Davids klappte, Urija fiel und König David konnte die Witwe Bathseba schon bald heiraten. Bathseba war Davids achte Frau. Gottes Prophet Natan drohte ihm dafür Gottes Strafe an und das gemeinsame Kind von König David und Bathseba starb. Außerdem wurde erhielt David eine weitere Strafe: Er durfte nicht den Jerusalemer Tempel bauen, dieses Recht erhielt erst der zweite Sohn Bathsebas, sein Nachfolger König Salomo.

Ja, es ist wahr, König David war leider ein vorsätzlicher Mörder und Ehebrecher. Was viele nicht wissen: Ehebruch beging er mehrmals. Obwohl er mit mindestens 8 Frauen verheiratet war, hatte er auch mehrere Kinder von anderen Frauen.

David war im Grunde genommen so, wie wir letztendlich alle sind: Sündige und oft sehr widersprüchliche Menschen, die auf Gnade und Vergebung unseres Herrn angewiesen sind! Wenn man den Text des 26. Psalms liest, stellt sich unwillkürlich die folgende Frage: Ist das jetzt das Eigenlob eines gläubigen Menschen, der dazu aber reichlich Dreck am Stecken hatte???

Nun muss man aber auch folgendes wissen: Viele Theologen und Historiker vertreten die Auffassung, dass die Davidpsalme nicht von dem historischen David verfasst sind. Die tatsächliche Entstehungszeit der Davidpsalme ist jedoch sehr umstritten und meist nicht mit letzter Sicherheit zu klären. Von einigen Historikern wird die Entstehung der Davidpsalme in der exilischen und nachexilischen Zeit vermutet. Letztendlich wissen wir es nicht.

Da viele Christen aber davon ausgehen, dass die Davidpsalme wirklich vom König David verfasst worden sind, halte ich es für angemessen und legitim, im Zusammenhang mit dem Psalm 26 auch König David näher betrachtet zu haben.

Sollte der 26. Psalm aber tatsächlich nicht vom König David verfasst worden sein, so birgt dieser auf den ersten Blick trotzdem reichlich Widersprüche in sich. Das geht schon im ersten Vers los:
1
Ein Psalm Davids. Herr, schaffe mir Recht, denn ich bin unschuldig. Ich hoffe auf den Herrn, darum werde ich nicht fallen.


Wir wissen nicht, unter welchem Hintergrund der Autor des Psalms das schreibt.
"... denn ich bin unschuldig" mag ja in einzelnen und bestimmten Punkten auf den Autor zutreffen, aber ganz allgemein und pauschal wird das auf keinen Menschen zutreffen. Lediglich Jesus war ganz ohne Sünde.

Dann heißt es im Vers 11:
11
Ich aber wandele unschuldig. Erlöse mich und sei mir gnädig!

Wenn ich wirklich "unschuldig wandele", dann benötige ich keine Erlösung! Wenn wir die Vergebung aber brauchen, dann sind wir nicht "unschuldig"!

In Römer 3, 23 heißt es: "Denn es ist kein Unterschied: Alle haben gesündigt und ermangeln der Herrlichkeit Gottes, ..."

Alles andere in diesem Psalm verstehe ich als die Bitte um Gnade und Erlösung! Da kann ich aus vollem Herzen mitbeten! Es erinnert mich sehr an den Psalm 51, den David bekanntlich nach schlimmen Vorkommnissen mit Urija und Bathseba geschrieben haben soll.

Wir haben alle gesündigt, da ist auch nicht einer ohne Schuld! Wir haben alle Schuld auf uns geladen. Durch Jesu Leiden und Opfertod sind wir gerettet! Wir müssen Jesu Sühneopfer aber annehmen. Dann vergibt Gott uns! (Joh. 3,16). Wir brauchen nur Ja zu sagen! Dann sind wir frei und in Ewigkeit gerettet!


Eine gesegnete Woche wünscht Günter Ruks


Liebe Grüße :)

 

Günter

 

Atempause