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Gera

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Freitag, 12. Februar 2021, 10:25

Auferstehung erstrebenswert?

Wenn man so viel zu Haus sitzt, kommen manchmal komische Gedanken: Ist es erstrebenswert hier auf zu erstehen?
Eine wahre Begebenheit brachte mich auf diese Gedanken, Namen ändere ich:
Als wir Mona & Tim ca 200 km entfernt von uns besuchten, lernten wir bei ihnen Anna kennen. Einige Monate später rief Mona mich früh an. Annas 16-jähriger gläubiger Sohn Max wurde von einem Bus erfasst und starb. Ihr Pastor prophezeite, Max würde auferstehen, wenn 24 Personen je eine Stunde beteten. Sie kämpften mit dem Krankenhaus, dass die Maschinen für 24 Stunden nicht abgestellt wurden. Tim und Mona übernahmen je eine Stunde nächtliches Gebet, Tim war zuerst an der Reihe, für Auferstehung von Max zu kämpfen, da Jesus Lazarus auch auferweckte. Als Mona anfangen wollte zu beten, sah sie vor ihrem geistigen Auge Max und er sagte: " ich bin hier glücklich und will nicht zurück, lasst mich hier!" Mona konnte darauf nicht eine Stunde lang beten, rief mich morgens an. Im Laufe des Tages wurden die Maschinen abgestellt. Ein Jahr später traf ich Mona und Anna bei einem Seminar. Anna war im Alter noch einmal schwanger, das freute mich sehr.
Jesus erweckte mehrere Tote, gab der Witwe in Naim den einzigen Sohn und Versorger zurück aus Mitleid. Sollen Christen es nun darauf anlegen, dass z.B. die krebskranke verstorbene Oma zurück kommt? Ist so etwas Gottes perfekter Wille oder hat Gott andere Ziele? Dass dies eine Frage ist, sahen iwir vor Jahren bei Freunden. Ein bekannter Pastor prophezeite öffentlich ( wir waren in der Versammlung) der Vater werde von Krebs geheilt. Die Tochter fastete dafür, wurde ganz mager, eine Schwiegertochter sagte mir, sie wisse, es ginge zu Ende. Dann starb der Mann. Sein Schwiegersohn, Arzt, schloss sich bei ihm ein und kämpfte auf Grund der Prophetie für Aufesrtehung....es geschah nicht. Hatte die Familie zu wenig Glauben, oder wollte Jesus den Gläubigen zu sich holen?

Nemesis

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Samstag, 13. Februar 2021, 09:13

RE: Auferstehung erstrebenswert?

Hatte die Familie zu wenig Glauben, oder wollte Jesus den Gläubigen zu sich holen?
Weder kann man hier von mangelndem Glauben sprechen, noch davon, dass Jesus den Gläubigen zu sich holen wollte.

Es kommt allerdings für Nachfolger Jesu darauf an, ob das, was sie glauben oder auch die Art und Weise ihres Glaubens mit dem übereinstimmen, was die Bibel aussagt. Rituelle Auferweckungszeremonien, wie sie der Pastor empfahl, widersprechen den Aussagen der Bibel. Jesus lehrte keineswegs, dass die Familie eines Verstorbenen 24 Stunden beten müsse, damit der Verstorbene wiederaufersteht. Damit gibt man den Angehörigen nicht nur eine falsche Hoffnung, sondern lässt auch Zweifel an ihrem Glauben entstehen, wenn der Verstorbene trotz vieler Gebete eben nicht aufersteht.

Hinsichtlich tödlicher Unfälle bezog sich Jesus selbst auf einen Unfall, bei dem der Turm von Siloam fiel und 18 Menschen tötete. Auch diese wurden nicht wiederauferweckt, obwohl ihr Tod bei den Angehörigen sicher viel Leid verursachte.

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Samstag, 13. Februar 2021, 11:04

Fakt ist, dass Jesus immer wieder Tote auferweckte, auch bei seinem Tod öffneten sich Gräber. Die Fälle, wo Menschen berichten, sie seien wieder zurück geschickt worden, waren wie bei Andreas aus Hattingen immer mit einem Auftrag verbunden. Trotz schwacher Gesundheit ist Andreas in der Arktis bei -60 Grad unterwegs, um 50 Stämmen das Evangelium zu bringen, die nie von Jesus hörten. Wir waren über ein Jahr mit Andreas in Kontakt, als ich im Odenwald bei einem Seminar hörte, dass er 5h tot in der Leichenhalle lag. Wir schätzen ihn und ich nahm ihm sein Erlebnis sofort ab.
Bei dem 16- Jährigen sah ich traurige Eltern, keinen Auftrag. Der 69- jährige Arzt, der an Krebs starb (s.oben) hatte ein gutes Leben gehabt, war gläubig, alle Kinder waren gut situiert.

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Sonntag, 14. Februar 2021, 11:15

Fakt ist, dass Jesus immer wieder Tote auferweckte, auch bei seinem Tod öffneten sich Gräber.
Die Bibel berichtet von 3 Auferweckungen durch Jesus Christus. (Tochter des Jairus, Der Jüngling zu Nain und Lazarus) Die "geöffneten Gräber", von denen im Matthäus-Evangelium berichtet wird, (27,51-53) stehen als Folge in direkten Zusammenhang mit dem Erdbeben. Nach Meinung des Gelehrten Erich Fascher habe sich die frühkirchliche Lehrmeinung (gemäß Epiphanius und anderen), dass es sich bei der "Aufrichtung" der Leiber um Auferweckungen gehandelt habe, nicht durchgesetzt. Schon Augustinus, Theophylakt und Euthymius sprachen nur noch von einer "temporären" Auferweckung. Das verwendete griechische Wort egéiro wird nicht in Verbindung mit "zum Leben kommen" gebraucht, sondern bedeutet einfach "aufrichten". Bei der Art und Wiese wie Begräbnisse damals durchgeführt wurden, ist ein solches Szenario vorstellbar. Der griechische Schriftsteller Aristides (2.Jhd.) berichtet ebenfalls darüber.


Interessant ist auch, dass der Apostel Paulus dieses Ereignis außer Acht lässt, als er von der Auferstehung sprach. (1.Kor. 15). Zudem führt er aus, dass die Auferstehung der "Heiligen" erst nach Jesu eigener Auferstehung nach drei Tagen überhaupt erst beginnen konnte. (Kol.1,18) 1. Thessalonicher 4,14-17 grenzt die Auferstehung der Heiligen auf einen Zeitpunkt in der Zukunft ein, nämlich während "Christ Gegenwart" in Königreichsmacht. Das bezieht sich auf die Zukunft und nicht auf das erste Jahrhundert.


Zitat

Die Fälle, wo Menschen berichten, sie seien wieder zurück geschickt worden, waren wie bei Andreas aus Hattingen immer mit einem Auftrag verbunden. Trotz schwacher Gesundheit ist Andreas in der Arktis bei -60 Grad unterwegs, um 50 Stämmen das Evangelium zu bringen, die nie von Jesus hörten.
Jeder wahre Nachfolger Jesu nimmt seinen Auftrag, das Evangelium zu verkünden, ernst. :)

Zitat

Wir waren über ein Jahr mit Andreas in Kontakt, als ich im Odenwald bei einem Seminar hörte, dass er 5h tot in der Leichenhalle lag. Wir schätzen ihn und ich nahm ihm sein Erlebnis sofort ab.
Angesichts dessen, was die Bibel über Auferstehungen lehrt, bleibe ich bei solchen Erlebnissen eher zurückhaltend.

Nichtsdestotrotz bleibt die Auferstehung natürlich erstrebenswert und sie bleibt durch Glauben an das Opfer Jesu eine Realität für Jesu Nachfolger.

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Sonntag, 14. Februar 2021, 18:01

Jesus versorach dem Mitgekreuzigten, er werde "noch heute im Paradies " sein. Sein Wiedererwecktwerden im Himmel geschah also sofort, nicht hier.
Auch ich bin vorsichtig, nachdem ich Seibt- Ebermanns Auferstehungszeugnis hörte. Als sie tot war, befahl Jesus ihr, dass sie sich scheiden lassen sollte und ein bestimmtes Haus an der Ostsee kaufen. Sie war gehorsam, verließ ihren Mann. Für Gottes Ziele bekam sie keinen Auftrag.

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Dienstag, 16. Februar 2021, 09:09

Jesus versorach dem Mitgekreuzigten, er werde "noch heute im Paradies " sein. Sein Wiedererwecktwerden im Himmel geschah also sofort, nicht hier.
Das allerdings stünde im Widerspruch zu den Aussagen des Paulus über die Auferstehung, wie im vorigen Beitrag zitiert. Nichtsdestotrotz ist diese Sichtweise unter Christen weit verbreitet.

Die Schwierigkeit bei der Interpretation von Jesu Aussage aus Luk. 23,43 besteht ja bekanntermaßen darin, dass wir heute in unserem Sprachgebrauch Satzzeichen verwenden, um Sätze ihrem Sinn entsprechend zu gliedern. In den ältesten griechischen Handschriften sind kaum Satzzeichen enthalten. In den meisten Fällen fehlen sie vollständig. Hier kommt es bei einer Übersetzung darauf an, wie genau die Übersetzer den Sinn einer Aussage ermitteln, wofür der Kontext eine von mehreren Hilfen bietet.

Zu beachten ist auch Jesu eigene Aussage seinen Jüngern gegenüber, die die Evangelisten Matthäus und Markus niederschrieben: (Mat. 12,40; 16,21; 17,22-23; Mar. 10,34)


Zitat

und sie werden ihn verspotten und ihn anspeien und ihn geißeln und töten; und nach drei Tagen wird er auferstehen.


Demnach wäre es nicht schlüssig zu folgern, der Verbrecher, dem Jesus gedenken sollte, werde heute (noch am Tag der Hinrichtung) - oder wie du es sagst sofort - zu Leben im Himmel mit Jesus auferweckt. Andernfalls hätte sich hier Jesus selbst widersprochen.

Ein weiterer Hinweis, wie die Aussage bezüglich der Verortung des "Paradieses" zu verstehen ist, ergibt sich aus dem Umstand, dass Jesus den neuen Bund zu Leben im Himmel vorher mit seinen Jüngern geschlossen hatte. Der Verbrecher, der mit Jesus hingerichtet wurde, war offensichtlich kein Teilhaber dieses Bundes; es wird noch nicht einmal berichtet, dass er durch Jesu Jünger oder Johannes den Täufer getauft worden wäre. Mit dem "Paradies" kann also nicht das Leben im Himmel gemeint sein. sondern die Berufung zu ewigem Leben auf der Erde unter der Königreichsregierung Jesu Christi.


Ich erwähnte ja bereits, dass die Interpretation von Luk. 23,43 so wie du sie verstehst, von vielen Christen getragen wird. Es liegt mir fern, darüber zu urteilen. Ich möchte nur anhand der Schriften erklären, warum ich in Bezug auf diese Texte zu anderen Schlussfolgerungen komme.

Auch ich bin vorsichtig, nachdem ich Seibt- Ebermanns Auferstehungszeugnis hörte. Als sie tot war, befahl Jesus ihr, dass sie sich scheiden lassen sollte und ein bestimmtes Haus an der Ostsee kaufen. Sie war gehorsam, verließ ihren Mann. Für Gottes Ziele bekam sie keinen Auftrag.
Vorsicht ist bei solchen Meldungen sicherlich immer angebracht. Vor allem, wenn die direkte Übertretung eines göttlichen Gebotes im Raum steht.