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Gera

Schüler

  • »Gera« ist weiblich

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1

Donnerstag, 7. Februar 2019, 14:54

Gibt es eine richtige Reaktion?

Wir landeten vor einigen Jahren in einer religiösen Organisation, weil sowohl der Gemeindeleiter als auch der Pastor uns sehr stützten.Alle 2 Monate bereitete ich eine evangelistische Tätigkeit vor, die ich auch leitete in Absprache mit den beiden Leitern in der Gemeinde. Nun stand wieder ein Event bevor, als ein neuer Leiter stark wurde, der unbiblische und unchristliche Verhaltensweisen an den Tag legte und leitende Frauen ablehnte - Mit Christentum hat das nichts zu tun -. Kurzfristig nahm man mir die Veranstaltung aus der Hand und ich lehnte es ab, teilzunehmen, da Gott niemals solche Sünden segnet und ich meine Zeit sinnvoller verbringen konnte. Da kam tatsächlich eine bisher leitende Frau und drohte, wenn ich nicht teilnehme, würden sie alle negativ über mich reden und sie hatte 70% Verwandte, die wären eine Macht. Natürlich ging ich nicht dort hin, denn ich lasse mich nicht von Sündern erpressen. Wie hättet ihr gehandelt?


Mein Vorbild ist Jesus Christus, er beherrschte nie sondern diente den Menschen. Er machte sich selbst gering und wusch den Jüngern die Füße und er lehrte, den Nächsten zu lieben anstatt über ihn zu tratschen. Wir sind gefangen durch die Worte unseres Mundes und sprechen mit dem Mund Segen oder Fluch. Mir war klar, dass ich später hörte, es war eine lahme Versammlung, wenige kamen, es passierte nichts, denn Gott war längst ausgezogen.


Mein Wunsch ist, dass die, die sich Christen nennen, bemüht sind nach seinen Geboten zu handeln anstatt das Evangelium umzukehren. Lasst uns einander lieben und niemals einem Menschen drohen, egal welcher Religion er angehört. Lasst uns segnen und Gutes reden.

  • »Grubendol« ist männlich

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2

Sonntag, 10. Februar 2019, 23:19

Zuerst einmal, als moderner und aufgeklärter, liberal denkender Mensch hast du natürlich mein volles Verständnis. Außerdem mag ich Frau Käßmann, die selbst nach ihrem "Missgeschick'" mit der Situation besser umgegangen ist als sämtliche vor ihr in einer vergleichbaren Form (eine Autofahrt unter Alkohol) gestrauchelten männlichen Theologen und Würdenträger.

Aber ich habe da ein paar kleine Einwände. Das Christentum ist seit seiner Gründung ein erzpatriachalischer Verein. Und für die Zeit davor gilt, dass Jehova ein patriarchalischer Gott ist, der uns in der Bibel in einer Form präsentiert wird, wie sich eben die Bronzezeit gemäß der damals herrschenden Familien- und Sozialordnung einen Gott vorgestellt hat, inklusive Polygamie beispielsweise, die im Alten und Neuen Testament nirgends grundsätzlich verurteilt wird. Man denke an Karl den Großen und selbst Luther und Melanchthon hatten im Falle ihres Landgrafen nichts dagegen. Aber das nur grundsätzlich zum Verhältnis von Mann und Frau im Christentum.

Und da muss ich dann einwenden, ob du dich nicht an die strenge Bibelauslegung halten solltest, die du ja ansonsten auch zu bevorzugen scheinst. Aber wie gesagt, inhaltlich empfinde ich das alles als bronzezeitlichen Kult, meine Meinung ist keine religiös begründete Meinung, sondern ich versuche hier nur sozusagen vulkanisch-logisch zu denken, indem ich mich auf die Quellen beziehe, denen du vertraust.

Denn wenn du dermaßen streng an das geschriebene Wort glaubst wie du ansonsten immer sagst, warum gilt dann der Petrus nicht für dich, wenn es um die Frage der Lehre geht?

Zitat

1 Desgleichen sollt ihr Frauen euch euren Männern unterordnen, damit auch die, die nicht an das Wort glauben, durch den Wandel ihrer Frauen ohne Worte gewonnen werden, 2 wenn sie ansehen, wie ehrfürchtig und rein ihr lebt. 3 Euer Schmuck soll nicht äußerlich sein – mit Haarflechten, goldenen Ketten oder prächtigen Kleidern –, 4 sondern der verborgene Mensch des Herzens, unvergänglich, mit sanftem und stillem Geist: Das ist köstlich vor Gott. 5 Denn so haben sich vorzeiten auch die heiligen Frauen geschmückt, die ihre Hoffnung auf Gott setzten und sich ihren Männern unterordneten, 6 wie Sara Abraham gehorsam war und ihn Herr nannte; deren Töchter seid ihr geworden, wenn ihr das Gute tut und keinen Schrecken fürchtet. 7 Desgleichen ihr Männer, lebt vernünftig mit ihnen zusammen und gebt dem weiblichen Geschlecht als dem schwächeren Ehre, denen, die Miterben der Gnade des Lebens sind, auf dass euer gemeinsames Gebet nicht verhindert werde. - 1.Petrus 3

8 Ich will, dass die Männer überall beim Gebet ihre Hände in Reinheit erheben, frei von Zorn und Streit. 9 Auch sollen die Frauen sich anständig, bescheiden und zurückhaltend kleiden; nicht Haartracht, Gold, Perlen oder kostbare Kleider seien ihr Schmuck, 10 sondern gute Werke; so gehört es sich für Frauen, die gottesfürchtig sein wollen. 11 Eine Frau soll sich still und in voller Unterordnung belehren lassen. 12 Dass eine Frau lehrt, erlaube ich nicht, auch nicht, dass sie über ihren Mann herrscht; sie soll sich still verhalten. 13 Denn zuerst wurde Adam erschaffen, danach Eva. 14 Und nicht Adam wurde verführt, sondern die Frau ließ sich verführen und übertrat das Gebot. 15 Sie wird aber dadurch gerettet werden, dass sie Kinder zur Welt bringt, wenn diese in Glaube, Liebe und Heiligkeit ein besonnenes Leben führen. - 1.Timotheus 2

Da steht, liebe Gera, sei gehorsam wie Sara Abraham gehorsam war und lasse dich still und in voller Unterordnung belehren. Das steht da.
"Ihr Menschen seid schwach und zerbrechlich! Wenn Euer Magen spricht, dann vergesst Ihr Euer Hirn!
Und wenn Euer Hirn spricht, dann vergesst Ihr Euer Herz! Und wenn Euer Herz spricht, dann vergesst Ihr alles!"

Gera

Schüler

  • »Gera« ist weiblich

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3

Montag, 11. Februar 2019, 11:35

Grubi,


das steht da für eine bestimmte Misssituation in einer bestimmten Gemeinde. Männer und Frauen saßen getrennt. Plötzlich fingen die Frauen an, während der Versammlungen mit ihren Männern zu kommunizieren und Unruhe zu verbreiten. Fakt ist, dass Gott sie gleichwertig als Mann und Frau schuf und ein Rabbi sagte uns mal, nirgendwo auf der Welt würden christliche Frauen so unterdrückt wie in Deutschland. Bei den Juden hatten sie unterschiedliche Aufgaben, aber die Frau war die Leiterin des Hauses.


Ja, ich glaube an die Bibel, aber ich lehne naiven Biblizismus ab. Da reiste ein Bibellehrer Horst Weniger durch die Lande und lehrte öffentlich, der Mann solle seine Frau lieben, die Frau brauche das nicht. Sie übten zu sagen, er: ich liebe dich und sie: ich hab dich lieb. Für mich lebt seine Frau damit in permanenter Sünde, denn Jesus forderte alle auf, einander zu lieben, wie er uns geliebt hat. Auch ein Ehemann sollte geliebt werden. Der Geist macht lebendig, der Buchstabe tötet und ich sehe die Bibel nur im Kontext. Freikirchen. die die Briefe über die Worte Jesu stellen, sehe ich als Sekte.


Eine wahre Anekdote: meine praktische Lehrerausbildung absolvierte ich an der Donau und wurde mehrfach gebteten, ein CIB Chapter mit aufzubauen ( evangelistisch). Im Februar gab ich die Mitarbeit auf, weil ich gleich nach dem Examen in BS eine Stelle in der kath. Kirche als Lehrerin antreten wollte. Im März war ich dabei, die letzten Bücher für meinen Umzug zu verpacken, als ich einen Anruf vom Regionalleiter der CIB bekam. Über eine Stunde hielt er mich vom Packen ab und erzähle mir, eine Frau dürfe nicht leiten. Ich dachte, es ging ihn gar nichts an, was ich in BS in der kath. Kirche tun wollte. Endlich reichte es, ich hatte keine Zeit mehr und artikulierte das. Da sagte der Mann: " G. ( ein christlicher Autor) hat gesagt, dass du im Mai Chapterleiter in Ulm werden willst." Da hätte mir einer ein Flugzeug schenken müssen, denn ich wohnte im Mai 650 km entfernt! Ich war kein Mitglied bei denen und auch kein Mitarbeiter mehr. Religiosität macht blind. Übrigens war ich vor einigen Jahren mit in der Leitung der CIB in BS . Plötzlich ist es keine Sünde mehr!


Ein Freund von uns sagt immer, dass 90% der Christen Christ ohne Christus sind. Ich bevorzuge deshalb den Begriff " Nachfolger Jesu" Jesus setzte nach seiner Auferstehung Frauen zum Verkündigen ein.


Ja, Frau Käßmann handelte damals sehr korrekt, ich finde sie sehr sympathisch, ihre Ansichten teilte ich nicht, wenn ich von ihr las.