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Mittwoch, 19. Dezember 2018, 14:25

Waldorfschule weist Kind eines AfD-Politikers ab

Zitat

Berlin
16. Dezember 2018


Waldorfschule weist Kind eines AfD-Politikers ab


Berlin (idea) – Eine Waldorfschule hat entschieden, das Kind eines AfD-Parlamentariers des Berliner Abgeordnetenhaus nicht aufzunehmen. Das berichtet die Berliner Zeitung. Der Entscheidung vorausgegangen sei eine Elternversammlung, bei der kontrovers über die Aufnahme des Kindes diskutiert worden sei. Der AfD-Abgeordnete und seine Frau hätten sich zudem Ende November bei einem Treffen mit etwa 20 Lehrern befragen lassen müssen, auch zu politischen Ansichten. Das Blatt zitiert den Geschäftsführer des Trägervereins der Schule mit den Worten: „Um eine einvernehmliche Lösung des Konfliktes wurde gerungen – sie konnte aber nicht erreicht werden.“ Die Schule habe die Entscheidung getroffen, weil der Fall auch künftig Konfliktpotenzial in sich berge. Die Berliner Zeitung hat sich nach eigenen Angaben „wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Auseinandersetzung“ entschlossen, über den Fall zu berichten – allerdings anonymisiert, um das Kind zu schützen. Es hatte zuvor die Waldorf-Kindertagesstätte besucht. Der Vater des Kindes sagte auf Anfrage der Zeitung: „Wie sollen wir jetzt unserem Kind erklären, dass seine Freunde im kommenden Jahr an die Waldorfschule wechseln dürfen, wir aber nicht erwünscht sind?“ Er habe Politisches und Privates strikt trennen wollen, so der AfD-Abgeordnete. In einem Kommentar der Zeitung heißt es, die Entscheidung sei aus mehreren Gründen falsch: „Zum einen war das Kind zuvor in einem Waldorfkindergarten – dort hat sich offenbar niemand an den politischen Anschauungen des Vaters gestört. Zum anderen wird das Kind in Sippenhaft genommen für die Ansichten eines Mannes, für die ein sechsjähriges Kind beim besten Willen nichts kann.“ In Deutschland bestehen 245 Waldorfschulen, 128 davon wurden seit 1990 gegründet. Sie arbeiten nach dem pädagogischen Konzept des Begründers der Anthroposophie, Rudolf Steiner (1861–1925).


Was denkt Ihr Über diese Entscheidung?
Liebe Grüße :)

 

Günter

 


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2

Donnerstag, 20. Dezember 2018, 14:29

Warum sollte eine private Schule ein Kind aufnehmen, dessen Eltern einer Partei angehören, die gerade ein Internetportal zur Denunziation von Lehrern freigeschaltet hat.

Man schießt sich doch nicht selber ins Knie.
"Ihr Menschen seid schwach und zerbrechlich! Wenn Euer Magen spricht, dann vergesst Ihr Euer Hirn!
Und wenn Euer Hirn spricht, dann vergesst Ihr Euer Herz! Und wenn Euer Herz spricht, dann vergesst Ihr alles!"

Gera

Schüler

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3

Freitag, 21. Dezember 2018, 18:25

Da Schulgeld bezahlt wird,kann die Schule frei entscheiden, wen sie nimmt. Ich besuchte eine katholische Privatschule und die nahm nicht jeden. Da sie auch staatliche Gelder in Anspruch nahmen, mussten sie einige evangelische Kinder aufnehmen unter die zahlreichen Katholiken. Ich halte das für voll in Ordnung, jemanden abzulehnen, der für Konflikte sorgen könnte.


Hier haben katholische Schulen einen sehr guten Ruf, aber ich hörte von betroffenen Eltern, dass Kinder von Pfingstlern nicht genommen werden. Genauso hörte ich von einer freikirchlichen Privatschule, die auch nicht jedes Kind nimmt. Dasselbe Recht müssen die Waldorfschulen auch haben. Wir leben in einer Demokratie.


Im übrigen stehe ich nicht hinter dem pädagogischen Konzept der Waldorfschulen, würde deshalb nie ein Kind dorthin schicken. In meinem früheren Nachhilfestudio hatte ich auch Schüler aus Waldorfschulen. Sie berichteten von einer speziellen Meditation als Pflichtfach. Der Leistungsdruck schien nicht geringer als in anderen Schulen.