Sie sind nicht angemeldet.

Günter

Administrator

  • »Günter« ist männlich

Beiträge: 613

Registrierungsdatum: 28. Januar 2017

  • Nachricht senden

1

Freitag, 26. Mai 2017, 20:27

Fall Trump: Hier irrten sich viele Evangelikale in den USA

Zitat


Kommentar

22. Mai 2017

Fall Trump: Hier irrten sich viele Evangelikale in den USA

Zum Verhältnis einiger konservativer Geistlicher zum US-Präsidenten – Ein Kommentar von Uwe Siemon-Netto. Er ist Journalist, Theologe und Gründer des Zentrums für lutherische Theologie und Öffentliches Leben in Capistrano Beach (Kalifornien).


Zu Recht zürnen bekenntnistreue Christen der liberalen EKD-Obrigkeit, weil sie pausenlos ihre Ansichten zu weltlichen Dingen absondert. Nun aber lehrt der Fall Trump, dass evangelikale Kleriker nach dem gleichen Maßstab bemessen werden müssen. Nur vier Monate nach seinem Einzug ins Weiße Haus zeigt sich, wie albern es war, dass ein großer Teil der prominenten US-Pastoren, darunter Billy Grahams Sohn Franklin, schon während der republikanischen Parteivorwahlen im vergangenen Jahr lautstark für diesen vulgären Narzissten agitiert hatte, obwohl es sehr wohl qualifiziertere Kandidaten gab, zum Beispiel den Gouverneur von Ohio, John Kasich, einen konservativen Anglikaner, oder Jeb Bush, einen frommen Katholiken.

Hätten Konservative ein Luther-Wort beherzigt …

Es ist theologisch unerheblich, ob demnächst ein langwieriges Amtsenthebungsverfahren gegen Trump eingeleitet wird, weil er im Februar den FBI-Direktor James Comey gedrängt haben soll, nicht länger gegen den geschassten Nationalen Sicherheitsberater Michael T. Flynn wegen dessen Russland-Kontakten zu ermitteln. Sollte sich das als wahr erweisen, hätte sich Trump nach US-Recht eines Schwerverbrechens schuldig gemacht: der Justizbehinderung. Theologisch wichtig ist hingegen, wieso diese und so viele andere ernste Kontroversen gleich zu Anfang seiner Präsidentschaft möglich wurden: Dieser sprunghafte, undiszipliniert daherredende Milliardär mit seiner sensationell kurzen Aufmerksamkeitsspanne säße wohl kaum im Weißen Haus, hätten konservative Kleriker das Luther-Wort beherzigt: „Der leidige Teufel hört nicht auf, die beiden Reiche ineinander zu kochen und zu brauen.“ Gemeint sind die weltliche und die geistliche Realität.

Vor allem Evangelikale stehen noch hinter Trump

Es sind in erster Linie evangelikale Christen, die heute in den USA noch hinter Trump stehen, obwohl sein Wahlkampfteam im Verdacht steht, illegale Absprachen mit Russland getroffen zu haben; obwohl er Geheiminformationen, die vom israelischen Nachrichtendienst Mossad stammen, dem russischen Außenminister Sergej Lawrow weitergegeben hat; obwohl jetzt der Sonderstaatsanwalt Robert Mueller gegen ihn ermittelt, um eventuelle Straftaten des Präsidenten und seiner Mitarbeiter aufzudecken. Wie auch immer das ausgehen wird: Es vertieft den Riss in der westlichen Führungsmacht ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem unsere turbulente Welt nichts dringlicher braucht als einen bedächtigen Kapitän auf der Brücke in Washington.

Die Vernunft ist eine Gottesgabe

Dass berühmte Protestanten wie Franklin Graham und Jerry Falwell jr., der Kanzler der „Liberty University“, der größten christlichen Hochschule der Welt, gläubige Amerikaner so nachhaltig auf Trump einstimmten, zeugt von einer Klerikerseuche, die uns auch aus der EKD bekannt ist: Bauchdenken. Der Vater der Reformation lehrte uns aber anderes: Das Regierungsinstrument im Reich der Welt ist die Vernunft. Sie ist im Kopf angesiedelt, nicht im Bauch. „In der Welt“, sagte Martin Luther, „ist die Vernunft die Kaiserin aller Dinge.“ Sie sei eine Gottesgabe, damit der Mensch sich in seiner säkularen Realität zurechtfinde. Bei manchem Gefasel, das wir anlässlich des 500-jährigen Reformationsjubiläums über Luther hören, täten wir gut daran, wenigstens dieser nüchternen Erkenntnis des Reformators eingedenk zu bleiben.

(Der Autor, der Journalist und Theologe Uwe Siemon-Netto, ist der Gründer des Zentrums für lutherische Theologie und Öffentliches Leben in Capistrano Beach (Kalifornien).)

http://www.idea.de/spektrum/detail/fall-…usa-101091.html
Liebe Grüße :)
Günter

  • »Grubendol« ist männlich

Beiträge: 675

Registrierungsdatum: 29. Januar 2017

Wohnort: Oldenburg

  • Nachricht senden

2

Samstag, 27. Mai 2017, 08:37

Die Peinlichkeit, mit der die Familie Trump beim Papst als "Addams Family" aufgelaufen ist, ist ja wohl kaum zu überbieten.
"Ihr Menschen seid schwach und zerbrechlich! Wenn Euer Magen spricht, dann vergesst Ihr Euer Hirn!
Und wenn Euer Hirn spricht, dann vergesst Ihr Euer Herz! Und wenn Euer Herz spricht, dann vergesst Ihr alles!"

Günter

Administrator

  • »Günter« ist männlich

Beiträge: 613

Registrierungsdatum: 28. Januar 2017

  • Nachricht senden

3

Samstag, 27. Mai 2017, 08:45



Wohl war! Ich habe im Fern sehen gesehen, wie er den Ministerpräsidenten von Montenegro beiseite stieß, wie man auch im unten verlinkten Kommentar von spiegel-online lesen kann!

Ein guter Kommentar: http://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-und-die-verbuendeten-triumph-der-scheinheiligkeit-a-1149480.html
Liebe Grüße :)
Günter

  • »Grubendol« ist männlich

Beiträge: 675

Registrierungsdatum: 29. Januar 2017

Wohnort: Oldenburg

  • Nachricht senden

4

Samstag, 27. Mai 2017, 08:51

Ja, "Schulhoftyrann" ist wohl die richtige Beschreibung. Ist aber nicht vom SPIEGEL, sondern in den USA mittlerweile eine gängige Bezeichnung für Trumps Auftreten, er ist ein "Bully" - jemand, der auf dem Schulhof andere Schüler bewusst anrempelt und ihnen das Schulbrot klaut.
"Ihr Menschen seid schwach und zerbrechlich! Wenn Euer Magen spricht, dann vergesst Ihr Euer Hirn!
Und wenn Euer Hirn spricht, dann vergesst Ihr Euer Herz! Und wenn Euer Herz spricht, dann vergesst Ihr alles!"